Ramon Llull und sein grandioser Baum der Wissenschaft (Arbor Scientiae)

Ramon Llull

Ramon Llull gilt zweifelsohne als eine der wichtigsten Persönlichkeiten in der Geschichte Mallorcas und sicher auch als einer der größten Denker des Mittelalters in ganz Spanien. Er wird der Vater der katalanischen Literatur genannt und er gilt auch als einer der universellsten europäischen Gelehrten jener Zeit.

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Ramon Llull wurde um 1232 in Palma de Mallorca geboren. Als Junge diente er König Jaume I. (der Eroberer) als Page und später fungierte er als Erzieher von dessen Nachfolger, Prinz Jaume, dem zukünftigen König von Mallorca. Während seiner Jugend lebte Llull am Hofe, diente dort als Diener und Butler, während er ein ausgeschweiftes und zuweilen extravagantes Leben führte. Er war verheiratet und hatte zwei Kinder.

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Im Alter von etwa dreißig Jahren hatte Llull vier Erscheinungen oder Visionen des gekreuzigten Christus, was ihn dazu bewegte, seinen Lebensstil als Lebemann aufzugeben und dem Ideal des Franziskanerordens zu folgen. Er löste sich von seinen weltlichen Besitztümern und wurde zum Wanderprediger. Er verbürgte sich, für seine verlassene Frau und Kinder zu sorgen und verzichtete fortan auf seine fragliche Lebensweise. Stattdessen arbeitete er mit Hingabe daran, die Menschheit unter einer universalen Religion zu vereinigen und deren gemeinsame Interessen umfassend zu verwirklichen. Er schrieb rund 280 Bücher der scholastischen Philosophie, über Wissenschaft, Erziehung, Mystik und Grammatik, ebenso wie Romane, mit Übersetzungen ins Arabische und Katalanische sowie in Latein. Heute gilt Ramon Llull als Urvater der Methodik des kombinatorischen Denkens, der Grundlage moderner Computer-Softwarearchitektur.

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Eines der umfangreichsten und beispielhaftesten Werke von Ramon Llull ist ein Buch mit dem Titel ‚Baum der Wissenschaft‘ (Arbor Scientiae). Dies ist für uns von Son Alegre und für unseren ganzheitlichen Ansatz der biologischen Landwirtschaft besonders interessant. Das Buch ‚Baum der Wissenschaft‘ ist ein gutes Beispiel für Llulls methodischen und kontemplativen Denkansatz. Arbor Scientiae ist gemäss einer besonderen Symbolik eines Baumes strukturiert, in der ein Baum und dessen Bestandteile die menschliche Natur repräsentieren und sie auf klare und verständliche Weise mit der Wissenschaft in Beziehung setzen. Ein Baum wird mit seinen Wurzeln, dem Stamm, den Ästen, Blättern und Früchten symbolisch mit verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen in Bezug gebracht. Die Wurzeln stellen die Grundprinzipien jedes Wissenschaftsgebietes dar; der Stamm ist deren Struktur; die Zweige, die Gattungen; die Blätter, die Arten; und die Früchte sind das menschliche Individuum mit seinen Handlungen und seiner letztendlichen Bestimmung. Auf diese Weise vereinigt sich die Naturphilosophie mit der Moralphilosophie. Das Ziel dieses enzyklopädischen Vergleichs sollte es sein, universelles Wissen, Kunst und Wissenschaft umfassend zu vermitteln.

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Das Buch Arbor Scientiae wird weithin als das schönste und vollständigste Werk des Llullianischen Œuvres angesehen.

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Das Weingut Son Alegre widmete den Weißwein des Jahrgangs 2016 unter dem Namen ‚Ramon lo Foll‘ und mit der Farbe des Lichtes diesem Ramon Llull, der sich selbst gelegentlich ‚Ramon der Narr‘ nannte, der aber auch als Der Erleuchtete bekannt war. Auf dem Weinetikett illustrieren wir verschiedene Beispiele von Llulls Ars Magna-Scheiben, die er für seine kombinatorische Methode verwendete.

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