Wir feiern den Welttag der Biodynamik

Rudolf Steiner

Jedes Jahr am Pfingstwochenende, also heute, wird der Welttag der Biodynamik begangen.

Wir vom Weingut Son Alegre bemühen uns bei der Weinherstellung nicht nur um die Einhaltung von Bio-Standards in der sogenannten Natürlichen Landwirtschaft, oder der Landwirtschaft ohne Eingriffe, bei der nicht gepflügt wird oder der Boden umgegraben, und die ohne industrielle Düngemittel oder kommerziell hergestellten Kompost auskommt, ohne Jäten durch Bodenbearbeitung und ohne Pflanzenschutzmittel, sowie gänzlich ohne Abhängigkeit von chemischen Pestiziden.

Wir befolgen auch eine Reihe von biologisch-dynamischen Prinzipien, wie sie von Rudolf Steiner (1861-1925), dem österreichischen Spiritualisten, Dozent und spirituellen Lehrer, propagiert wurden. Er war der Gründer der Anthroposophischen Gesellschaft, der ersten Waldorfschule, der Anthroposophischen Medizin, der Eurythmie und vieler anderer Dinge. Die biologisch-dynamische Landwirtschaft umfasst die Bodenfruchtbarkeit, das Pflanzenwachstum und die Tierhaltung als ökologisch zusammenhängende Aufgaben.

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Steiner war angesprochen und gebeten worden, einen Kurs über die Landwirtschaft zu halten. So hielt er vor nunmehr 94 Jahren, während des Pfingstwochenendes im Juni 1924, eine Vorlesungsreihe im Koberwitzpalais in Koberwitz in Schlesien (heute Kobierzyce, Polen). Im Laufe von zehn Tagen hielt er insgesamt acht Vorlesungen unter dem Titel ‚Spirituelle Grundlagen für die Erneuerung der Landwirtschaft‘, die Teil seines ‚Landwirtschaftlichen Kurses‘ waren. Steiner selbst schrieb über die Ziele der Vorlesungen: „Bei dem landwirtschaftlichen Kursus handelte es sich dann darum, zunächst zu entwickeln, welches die Bedingungen des Gedeihens der verschiedenen Gebiete der Landwirtschaft sind. Da gibt es ja außerordentlich interessante Gebiete, Pflanzenwachstum, Tierzucht, Waldwirtschaft, Gartenwirtschaft und so weiter. Dann dasjenige, was zum Allerinteressantesten gehört, die Geheimnisse des Düngens, die außerordentlich wirkliche Geheimnisse sind. Für alles dieses wurden zunächst die Prinzipien, die Zusammenhänge entwickelt, die ja deshalb in der gegenwärtigen Zeit ganz besonders bedeutsam erscheinen, weil ja, so sehr man es glauben mag oder nicht, gerade die Landwirtschaft unter der materialistischen Weltanschauung am allermeisten von rationellen Prinzipien abgekommen ist“.

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Die Vortragsreihe zeigte eine vollständige Umkehrung der mechanisch-materialistischen Kausalanalyse der Materie in der Landwirtschaft. Auf diesen Methoden ruhen die offensichtlichen Ergebnisse in der modernen Agrarindustrie. Gleichzeitig sind sie aber auch eine der Hauptursachen für den fraglichen biologischen Zustand der Erde.

Lassen Sie uns einige von Steiners Gedanken aus der Koberwitz-Vortragsreihe zitieren:

„Zweierlei müssen wir am Pflanzenleben beobachten. Das erste ist dasjenige, dass das ganze Pflanzenwesen und auch die einzelne pflanzliche Art in sich selber sich erhält, die Reproduktionskraft, die Fortpflanzungskraft entwickelt, dass also die Pflanze ihresgleichen hervorbringen kann und so weiter. Das ist das eine. Das andere ist, dass die Pflanze als ein Wesen eines verhältnismäßig niederen Naturreiches den Wesen der höheren Naturreiche zur Nahrung dient.“ (Vortrag 1)

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„Wir müssen uns überhaupt darüber klar sein, dass das landwirtschaftliche Gebiet mit dem zusammen, was unterhalb des Erdbodens liegt, durchaus eine auch in der Zeit fortlebende Individualität darstellt und dass das Leben der Erde ein besonders starkes gerade zur Winterzeit ist, während es zur Sommerzeit in einer gewissen Weise erstirbt.“ (Vortrag 2)

„Das ist ja das eigentümliche bei allem, was wir auf der Erde haben, dass das Geistige immer physische Träger haben muss. Die Materialisten nehmen dann nur die physischen Träger und vergessen das Geistige. Sie haben immer recht, weil ja das Nächste, was uns entgegentritt, der physische Träger ist. Aber sie lassen eben durchaus außer acht, dass Geistiges überall einen physischen Träger haben muss.“ (Vortrag 3)

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„Es ist gar nicht wahr, dass das Leben mit der Kontur, mit dem Umkreis der Pflanze aufhört. Das Leben als solches setzt sich fort namentlich von den Wurzeln der Pflanze aus in den Erdboden hinein, und es ist für viele Pflanzen gar keine scharfe Grenze zwischen dem Leben innerhalb der Pflanze und dem Leben im Umkreise, in dem die Pflanze lebt.“ (Vortrag 4)

„Aber dennoch, man kann allerdings durch fortgesetztes Wirtschaften die Erde verarmen. Man verarmt sie ja fortwährend. Deshalb muss man sie düngen. Und es kann nach und nach, wie es bei vielen Wirtschaften der Fall ist, die Ausgleichung durch den Dünger zu schwach sein. Dann treibt man Raubbau. Dann lässt man die Erde dauernd verarmen. Man muss dafür sorgen, dass der eigentliche Naturprozess sich ganz richtig vollziehen kann.“ (Vorlesung 5)

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„So kann man, wenn man hineinschaut in dasjenige, was auf den verschiedensten Gebieten Naturwirkungen sind, tatsächlich das Wachstum, und wir werden später sehen, auch das tierische Wachstum, die tierischen Normalitäten und Anomalien, in seine Hand bekommen. Und das ist eigentlich erst wirkliche Wissenschaft. Denn ausprobieren die Dinge, so wie man es heute macht, ist ja keine Wissenschaft, ist ja nur eine Notierung von einzelnen Dingen, von einzelnen Fakten, ist keine Wissenschaft. Wirkliche Wissenschaft entsteht erst dann, wenn man die Wirkungskräfte in die Hand bekommt. Nun sind aber tatsächlich die Pflanzen, die Tiere, die da leben, auch alle Parasiten in den Pflanzen, sie sind durch sich selber nicht zu begreifen.“ (Vortrag 6)

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„Die Pflanze ist in Bezug auf das Organische in jeder Beziehung ein Umgekehrtes von dem Tier, ein richtig Umgekehrtes. Was beim Tier die Nahrungsaufnahme ist in ihrer Wichtigkeit, das ist bei der Pflanze die Ausscheidung von Luft und Wärme, und die Pflanze lebt in dem Sinne, wie das Tier aus der Nahrungsaufnahme lebt, so lebt die Pflanze in dem Sinne aus der Ausscheidung von Luft und Wärme. Das ist das, man möchte sagen, Jungfräuliche an der Pflanze, dass sie nicht gierig etwas aufnehmen will durch ihre eigene Wesenheit, sondern eigentlich das gibt, was das Tier nimmt aus der Welt, und dadurch lebt. So gibt die Pflanze und lebt vom Geben.“ (Vortrag 7)

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„Betrachten wir nun die Dinge, in die unsere Betrachtungen gestern ausgelaufen sind, dass die Pflanze physischen und Ätherleib hat und oben mehr oder weniger wie umschwebt ist von dem Astralischen. Die Pflanze bringt es nicht zu dem Astralischen, aber sie ist wie umschwebt von dem Astralischen. Tritt sie in eine ganz bestimmte Verbindung mit dem Astralischen, wie das bei der Obstbildung der Fall ist, so wird eben etwas zur Nahrung erzeugt, was dann das Astralische im tierischen und menschlichen Organismus unterstützt.“ (Vortrag 8)

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Rudolf Steiner stellt die Zusammenhänge der Natur in einer ganzheitlichen Sicht der Verbundenheit dar. Seine Darstellungen bieten eine wirklich interessante und spannende Lektüre. Falls Sie interessiert sind und mehr wissen möchten, können Sie die 8 Vorträge hier in ihrer Vollständigkeit lesen. Die Vortragsreihe ist auch als Buch unter dem Titel ‚Geistige Grundlagen für die Erneuerung der Landwirtschaft‘ sowohl in gedruckter als auch in digitaler Form erhältlich.

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Zen und die Kunst des Weinbaus

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Glück und Zufriedenheit sind in unserer Zeit nicht immer leicht zu finden. Es mag sein, dass unsere Großeltern und Vorfahren vielleicht Befriedigung und Erfüllung in den Aktivitäten ihres täglichen Lebens und in ihrer Arbeit gefunden haben. Wir scheinen heute jedoch Glück und Zufriedenheit vor allem von unseren Kontoauszügen zu erwarten. Wir sind alle zu Geiseln der Null geworden, der unendlichen Anzahl von Nullen, die wir auf dem Kontostand unserer Bankauszüge sehen wollen. Man könnte sagen, dass unsere Vorfahren bei weitem einen besseren Deal hatten, mit weniger Stress und weniger Druck. Zweifellos hatten auch unsere Ahnen ihre Probleme, aber sie waren weniger als wir von der Gnade der Banken, der Macht der globalen Chemiekonzerne und den restriktiven Forderungen der Politiker, des Marktes, des Handels und der Konkurrenz betroffen.

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Wenn man wie wir in der Landwirtschaft arbeitet, fühlt man sich gelegentlich überwältigt vom Gewicht der Verantwortung und dem Trott der täglichen Arbeit, ganz zu schweigen von den komplizierten Wetterbedingungen, die oft ungünstig sind, sowie der Unbeständigkeit der Natur im Allgemeinen. Aufgrund des Fehlens großer Nutzflächen ernährt die Landwirtschaft hier auf Mallorca den Bauern nicht mehr so wie früher. Die junge Generation sagt, dass die Landwirtschaft keinen Spaß mehr macht, wie das früher vielleicht der Fall war, weil die Arbeit auf dem Land heutzutage keinen Gewinn mehr abwirft, zumindest nicht hier auf unserer kleinen Insel. So ist beispielsweise bei der Ernte von Mandeln oder der Johannisbrotfrucht keine Gewinnspanne mehr gegeben. Die Arbeitskosten für deren Ernte sind höher als der Preis, den die Händler bezahlen. Mandeln verbleiben deshalb oft ungeerntet auf den Bäumen. Die junge Generation zieht es vor, im Finanzsektor und im Bankenwesen, sowie in der Tourismusbranche und der Gastronomie zu arbeiten, weil der dort gegebene Verdienst viel höher ist als jeder Ertrag aus der Landwirtschaft.

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In Son Alegre hingegen genießen wir täglich unsere Arbeit auf dem Land. Wir haben nicht damit begonnen, Wein zu machen, um schnell reich zu werden. Gewinn ist nicht unsere Hauptsorge und finanzieller Profit wird niemals unser Hauptmotiv sein. Wir machen Landwirtschaft mit einem organischen und biodynamischen Ansatz, wobei wir uns auf Trauben, Oliven und Xeixa-Weizen konzentrieren, weil wir die Natur lieben und deren Herausforderungen annehmen, da wir diese als Teil unserer persönlichen Lebensweise sehen, und sie uns Reife, Akzeptanz und Kontinuität bietet. Die Weinherstellung ist für uns eine Frage der Metaphysik von Qualität. Wir sehen uns als Teil des größeren Ganzen, das das Universum darstellt, und sehen unsere Arbeit auf dem Land als ein Hegen des Bodens und als ein Zurückgeben an das Land, was dieses uns seit Menschengedenken gegeben hat. Es handelt sich wirklich um eine Abwägung von Werten.

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Wir finden Erfüllung in der Betreuung unserer Pflanzen, Reben, Bäume und Früchte, denn wir sind der Meinung, dass wir nur ein kleiner Bestandteil der ganzheitlichen Existenz auf diesem Planeten sind. Wir genießen es, zu wissen, dass unser Beitrag für das Ökosystem wichtig ist, bedeutsam für die Struktur des Ganzen, und auch essentiell für den sozialen Zusammenhang.

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Es macht uns Freude, wenn wir eine weitere erfolgreiche Ernte von Trauben oder Oliven haben, auch wenn es gelegentlich Hagel oder Überschwemmungen oder andere Naturplagen gibt. Es macht uns Freude, Bienen und Ameisen, Käfer, Marienkäfer und Insekten bei ihrer Arbeit auf unserem Land zu beobachten. Es erfüllt uns mit Dankbarkeit, wenn wir den Vögeln auf unserem Landgut lauschen können. Es freut uns, im Frühling die Knospen aufspringen zu sehen und im Sommer das Wachstum unserer Früchte beobachten zu können. Und wir schätzen uns glücklich, wenn wir die Trauben pflücken dürfen und unsere Oliven ernten können, wenn die Zeit der Ernte gekommen ist. Wir glauben, dass die Natur uns zu jeder Minute des Tages Harmonie und Empathie lehrt, und wir denken, dass eine demütige Haltung Glück beschert.

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Mahatma Gandhi sagte es einmal ganz treffend: „Glück ist, wenn das, was du denkst, was du sagst und was du tust, in Harmonie ist“.

Molts d’anys.

Wir begegnen der Natur mit hingebungsvoller Leidenschaft. Unsere Weine spiegeln diese Hingabe wider.

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Auf dem Weingut Son Alegre betreiben wir eine biologische und biodynamische Landwirtschaft. Wir glauben, dass natürliche Abläufe und Wechselwirkungen nicht nur notwendig, sondern sogar unverzichtbar sind für den Anbau von Qualitätsweintrauben und letztlich für hervorragenden Wein. Wir glauben, dass es am besten ist, die Natur im größtmöglichen Ausmaß unbeeinträchtigt und ungestört zu lassen. Deshalb haben wir unser Land seit mehr als zehn Jahren nicht mehr gepflügt, weil wir der Mikrobiologie unseres Bodens nicht schaden wollen. Wir glauben, dass ein vielfältigeres Bodenmikrobiom ganz generell zu weniger Pflanzenkrankheiten führt, und das bei höherem Ertrag und mit einer besseren Traubenqualität. Eine leidenschaftliche Vorgehensweise, verbunden mit einer biologischen, ökologischen, organischen und biodynamischen Landwirtschaft, ist für uns die bestmögliche Art und Weise, Wein herzustellen.

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Ramon lo Foll weiß

Dieser Wein ist eine Komposition aus Trauben der Chardonnay-, Giró Ros- und Malvasia-Reben. Er wurde 6 Monate lang in Edelstahltanks gekeltert und reifte weitere 3 Monate in der Flasche. Der Wein wurde im März 2017 in Flaschen abgefüllt. Der Alkoholgehalt beträgt 12,5% Vol.

Pep Costa weiß

Dieser Wein besteht zu 100% aus der mallorquinischen Giró-Ros-Traube des Jahrgangs 2016. Er wurde 10 Monate lang in Edelstahltanks gekeltert und reifte weitere 10 Monate in der Flasche. Der Wein wurde im Juni 2016 in Flaschen abgefüllt. Der Alkoholgehalt beträgt 11,8% Vol.

Foner rosé

Dieser Wein ist eine Coupage aus Trauben der Cabernet Sauvignon-, Merlot- und Syrah-Sorten. Er wurde 6 Monate lang in Edelstahltanks gekeltert und weitere 3 Monate in der Flasche gereift. Die Abfüllung in Flaschen erfolgte im März 2017. Der Alkoholgehalt beträgt 13,5% Vol.

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Dieser Wein des Jahrgang 2015 wurde aus Trauben der Cabernet Sauvignon-, Syrah- und Merlot-Sorten komponiert. Er wurde 15 Monate lang in Edelstahltanks gekeltert und reifte weitere 6 Monate in der Flasche. Der Wein wurde im Januar 2017 in Flaschen abgefüllt. Der Alkoholgehalt beträgt 14,5% Vol.

All unsere Bio-Weine sind im Einklang mit der Natur gewachsen und mit liebevoller Sorgfalt gekeltert.

Ramon Llull und sein grandioser Baum der Wissenschaft (Arbor Scientiae)

Ramon Llull

Ramon Llull gilt zweifelsohne als eine der wichtigsten Persönlichkeiten in der Geschichte Mallorcas und sicher auch als einer der größten Denker des Mittelalters in ganz Spanien. Er wird der Vater der katalanischen Literatur genannt und er gilt auch als einer der universellsten europäischen Gelehrten jener Zeit.

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Ramon Llull wurde um 1232 in Palma de Mallorca geboren. Als Junge diente er König Jaume I. (der Eroberer) als Page und später fungierte er als Erzieher von dessen Nachfolger, Prinz Jaume, dem zukünftigen König von Mallorca. Während seiner Jugend lebte Llull am Hofe, diente dort als Diener und Butler, während er ein ausgeschweiftes und zuweilen extravagantes Leben führte. Er war verheiratet und hatte zwei Kinder.

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Im Alter von etwa dreißig Jahren hatte Llull vier Erscheinungen oder Visionen des gekreuzigten Christus, was ihn dazu bewegte, seinen Lebensstil als Lebemann aufzugeben und dem Ideal des Franziskanerordens zu folgen. Er löste sich von seinen weltlichen Besitztümern und wurde zum Wanderprediger. Er verbürgte sich, für seine verlassene Frau und Kinder zu sorgen und verzichtete fortan auf seine fragliche Lebensweise. Stattdessen arbeitete er mit Hingabe daran, die Menschheit unter einer universalen Religion zu vereinigen und deren gemeinsame Interessen umfassend zu verwirklichen. Er schrieb rund 280 Bücher der scholastischen Philosophie, über Wissenschaft, Erziehung, Mystik und Grammatik, ebenso wie Romane, mit Übersetzungen ins Arabische und Katalanische sowie in Latein. Heute gilt Ramon Llull als Urvater der Methodik des kombinatorischen Denkens, der Grundlage moderner Computer-Softwarearchitektur.

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Eines der umfangreichsten und beispielhaftesten Werke von Ramon Llull ist ein Buch mit dem Titel ‚Baum der Wissenschaft‘ (Arbor Scientiae). Dies ist für uns von Son Alegre und für unseren ganzheitlichen Ansatz der biologischen Landwirtschaft besonders interessant. Das Buch ‚Baum der Wissenschaft‘ ist ein gutes Beispiel für Llulls methodischen und kontemplativen Denkansatz. Arbor Scientiae ist gemäss einer besonderen Symbolik eines Baumes strukturiert, in der ein Baum und dessen Bestandteile die menschliche Natur repräsentieren und sie auf klare und verständliche Weise mit der Wissenschaft in Beziehung setzen. Ein Baum wird mit seinen Wurzeln, dem Stamm, den Ästen, Blättern und Früchten symbolisch mit verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen in Bezug gebracht. Die Wurzeln stellen die Grundprinzipien jedes Wissenschaftsgebietes dar; der Stamm ist deren Struktur; die Zweige, die Gattungen; die Blätter, die Arten; und die Früchte sind das menschliche Individuum mit seinen Handlungen und seiner letztendlichen Bestimmung. Auf diese Weise vereinigt sich die Naturphilosophie mit der Moralphilosophie. Das Ziel dieses enzyklopädischen Vergleichs sollte es sein, universelles Wissen, Kunst und Wissenschaft umfassend zu vermitteln.

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Das Buch Arbor Scientiae wird weithin als das schönste und vollständigste Werk des Llullianischen Œuvres angesehen.

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Das Weingut Son Alegre widmete den Weißwein des Jahrgangs 2016 unter dem Namen ‚Ramon lo Foll‘ und mit der Farbe des Lichtes diesem Ramon Llull, der sich selbst gelegentlich ‚Ramon der Narr‘ nannte, der aber auch als Der Erleuchtete bekannt war. Auf dem Weinetikett illustrieren wir verschiedene Beispiele von Llulls Ars Magna-Scheiben, die er für seine kombinatorische Methode verwendete.

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¡Salut!

Die erstaunlichen Wege der Natur

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Weinanbau und Weinherstellung beginnen überall auf der Welt mit der Landwirtschaft, auf dem Lande, im Weinberg. Alle Bestandteile des Weines sind naturbedingt – Boden, Klima, die Rebpflanze, die Nährstoffe im Boden, die die Pflanze nähren, Wasser, Mykorrhizen, Insekten, Ameisen, Würmer, Mikroorganismen, Bakterienzellen und so weiter. Jedes Gramm Boden in und um Pflanzenwurzeln wird von bis zu 10 Milliarden Bakterienzellen bewohnt. Man mag sich fragen, wie viel – oder wie wenig – wir tatsächlich über unser Land, unseren Boden und unsere Rolle in der Landwirtschaft wissen und über die wahren Mechanismen des landwirtschaftlichen Anbaus, oder in unserem Fall, über den Anbau von Wein.

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Der Schlüssel zur Landwirtschaft und damit der Ansatz zum Weinbau ist ein profundes Verständnis der Natur und ihrer magischen Simplizität, verbunden mit ihrer unendlichen Komplexität. Wir Menschen neigen dazu zu denken, dass wir alles wissen und dass wir alles kontrollieren können, die Natur und ihre Mechanismen prägen und beherrschen können, und somit den Ertrag unserer landwirtschaftlichen Produktion maximieren können. Aber wir wissen recht wenig, wenn wir ehrlich sind.

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Im Weingut Son Alegre gehen wir die Landwirtschaft stets von einem biologischen und biodynamischen Ansatz an. Wir glauben, dass natürliche Prozesse und Interaktionen nicht nur notwendig sind, sondern tatsächlich unverzichtbar sind bei der Erzeugnis von qualitativ hochwertigen Produkten und Lebensmitteln, oder, in unserem Fall, von Qualitätswein. Wir glauben, dass es am besten ist, die Natur weitgehend ungestört zu lassen. Deshalb haben wir unser Land seit über zehn Jahren nicht mehr gepflügt, weil wir der Mikrobiologie unseres Bodens nicht schaden wollen. Wir sind davon überzeugt, dass ein vielfältigeres Mikrobiom des Bodens generell zu weniger Schädlingsbefall der Pflanzen führt, ebenso wie zu einem höheren Ertrag und einer besseren Ernte von Obst oder, zum Beispiel Wein. Für uns ist ein organischer, ökologischer, biologischer und biodynamischer Ansatz in der Landwirtschaft der einzig wirkliche Weg nach vorne.

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Mit diesem Ansatz bewirtschaften wir unser Land am Rande von Santanyí seit etwa 15 Jahre, seit wir dieses Land erworben haben. Wir dachten, wir machten die Dinge einigermassen richtig und ausgewogen, stets in Harmonie mit der Natur und in Kongruenz mit dem Universum. Unsere Reben – und Olivenbäume – wuchsen und gediehen im Laufe der Jahre. Unser natives Olivenöl extra und unsere Bio-Weine fanden Akzeptanz auf dem Markt. Mit 8.000 Flaschen Wein (Rot, Weiß und Rosé) beginnend, steigerten wir den Ausstoss langsam auf 10, 15 und sogar 20.000 Flaschen pro Jahr. In diesem Jahr haben wir unsere Produktion schliesslich auf knapp 25.000 Flaschen erhöht. Alles ging gut, zumindest dachten wir das.

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Aber nein. Am Samstag, den 1. Juli 2017, erteilte uns die Natur eine Lektion und zeigte uns, dass auch ein gewissenhafter und biodynamischer Ansatz keine Garantie für den Erfolg in der Landwirtschaft ist. Unsere Finca wurde um die Mittagszeit innerhalb von nur 45 Minuten von einem Hagelschlag mit ca. 65 l Wasser und Eis heimgesucht. Wir wurden von einem Hagelschlag überrascht, wie er in dieser Region noch nie zuvor erlebt worden war. In Santanyí kann sich niemand an einen so heftigen und verheerenden Sturm mit so schwerem Hagel erinnern.

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Unsere Reben wurden fast komplett zerstört und wir verloren schätzungsweise 90% unserer Trauben. Zu guter Letzt haben wir in diesem Jahr rund 1.700 kg Trauben ernten können, im Vergleich zu 22.000 kg im Vorjahr. Auch unsere Oliven erlitten einen enormen Rückschlag. Wir rechnen damit, dass etwa 70% unserer Olivenernte verloren sind und wir glauben kaum, dass wir mehr als 100 l Olivenöl gewinnen können, wenn Ende Oktober die Zeit der Olivenernte ansteht.

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Aber siehe da, etwa 10 Tage nach der Naturkatastrophe begannen unsere Reben überraschenderweise, neue Knospen zu treiben und seither hat sich ein neues, zweites Wachstum der Weintrauben ergeben. Es kann vielleicht eine zweite Ernte geben, wenn auch erst Ende Oktober, und falls das Wetter dies erlaubt.

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Die Trauben des zweiten Wachstums, wenn sie denn geerntet werden sollten, werden nicht den normalen Bedingungen unseres Landes und unseres Klimas unterworfen sein, mit den hohen Temperaturen von Juli und August und den heißen Nächten während des Sommers, sonder eher unter Bedingungen gewachsen sein, die denen an der französische Atlantikküste entsprechen. Es wird interessant sein zu sehen, was das Endergebnis dieses Naturereignisses und der ungewöhnlichen Wetterkapriole sein wird und welche Art von Wein, wenn überhaupt, daraus resultieren könnte.

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Aber das ist es ja, was die Natur ausmacht. Die Natur ist immer voller Synergie und geheimnisvoller Symbiose, ist voller Wunder und einfach erstaunlich und immer wieder überraschend. Die Natur überrascht uns immer wieder, im Guten wie im Bösen. Auf lange Sicht hat es immer jedoch wieder erwiesen, dass die Natur unser Freund ist. Auch wenn dieses wunderbare und uns staunen lassendes Wunder manchmal schmerzhafte Konsequenzen haben mag, müssen wir doch die manchmal unverständlichen Wege der Natur akzeptieren. Letztlich ist dies einfach das Beste, was wir haben.

Wenn Gott es so will, wird ein Wunder geschehen. Sollte dies nicht geschehen, ist das auch in Ordnung. Die Lektion in Demut ist mehr Wert als der Ertrag, den das Weingut geben könnte.

(Miquel Manresa Vadell)

Wir präsentieren unseren neuen Bio-Rotwein, Calonge 1715

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Das Weingut Son Alegre widmet den neuen Bio-Rotwein 2015 dem Gedenken an diejenigen, die in Mallorca im Jahre 1715 für Unabhängigkeit und Freiheit kämpften. Dieser neue Rotwein wurde mit großer Hingabe aus unseren Syrah-, Merlot- und Cabernet Sauvignon-Trauben komponiert. Der Wein wurde mit dem Namen Calonge 1715 versehen; er soll an ein denkwürdiges historisches Ereignis erinnern.

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Am 15. und 16. Juni 1715 erlebte der Ort Calonge, der in jenen Tagen kaum mehr als fünfzig Einwohner hatte, ein tragisches Kapitel am Ende des Spanischen Erbfolgekrieges.

Im Spanischen Erbfolgekrieg (1701-1715) sahen sich zwei europäische Imperien und Dynastien gegenüber, die zwei unterschiedliche Modelle des Regierens vertraten. Die österreichische Seite vertrat eine Kultur der Verständigung und der Verträge, während das Haus der Bourbonen dem Absolutismus huldigte. Das Königreich von Mallorca, ebenso wie Valencia, das Fürstentum Katalonien und das Königreich von Aragon, unterstützten Karl III. von Österreich. Valencia und Aragon waren bereits im Jahr 1707 gefallen und Barcelona schliesslich im Jahre 1714, so dass nur noch Mallorca und Ibiza verblieben, denn Menorca war bereits 1708 von den Briten eingenommen worden.

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Da der Vizekönig von Mallorca die Verteidigung von Barcelona unterstützt hatte, entschied er sich für den Widerstand und weigerte sich standhaft, den Forderungen nach einer Unterwerfung Folge zu leisten. Eine Flotte von fast 30.000 Männern der Armee der Bourbonen setzte daraufhin Segel von Barcelona nach Mallorca. Die Landung von etwa 11.000 gut bewaffneten und ausgebildeten französischen Soldaten erfolgte am Nachmittag des 15. Juni 1715 in Cala Llonga, Cala Ferrera und Cala Figuera. Am nächsten Tag leistete eine Miliz von etwa 600 Bürgern aus Felanitx in der Umgebung von Calonge Widerstand. Dreißig Männer verloren dabei ihr Leben. Die bourbonische Expedition rückte über Felanitx nach Petra, Santa Margarita, Alcúdia, Sa Pobla und Binissalem vor und am 11. Juli wurden den Eroberern schließlich die Schlüssel der Inselhauptstadt Palma übergeben. Das Königreich Mallorca war fortan den militärischen und administrativen Anordnungen Kastiliens unterworfen, deren Rechtssprechung, deren Steuern und auch deren Sprache.

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Dennoch sind die Menschen und Bürger Mallorcas in den letzten 300 Jahren ihren Symbolen und ihrer Sprache treu geblieben. Dieser Rotwein ist ein gutes Beispiel dafür. Das Weingut Son Alegre widmet die Ernte des Jahrgangs 2015 dem Postulat von Freiheit und Unabhängigkeit.

Alle Rebstöcke des Weinguts Son Alegre in Santanyí werden nach den ökologischen Landwirtschaftsstandards der EU und nach den Grundprinzipien der Biodynamik gehegt. Unsere Rebstöcke wurden 2004 angepflanzt und hatten ein durchschnittliches Alter von elf Jahren, als die Trauben im September 2015 liebevoll von Hand geerntet wurden.

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Die Herstellung dieses Weines erfolgte in Edelstahltanks unter kontrollierten Bedingungen bei Temperaturen von zwischen 24° und 26° C während der Gärung, gefolgt von einer Mazerationsdauer von 21 Tagen. Der Reifeprozess umfasste 13 Monate in Edelstahlfässern und zwölf Monaten in der Flasche. Der Wein wurde im Oktober 2016 abgefüllt. Es wurden lediglich 4.000 Flaschen produziert. Wir wissen, dass das nicht wirklich viel ist. Aber wir sind nur ein kleines Weingut und unser Wachstum soll stets so organisch sein, wie dies unsere landwirtschaftlichen Bemühungen sind.

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Der Son Alegre Calonge 1715 Bio-Rotwein hat einen Alkoholgehalt von 14,5% Vol. und wird am besten mit einer Temperatur von zwischen 15° und 18° C serviert. Calonge 1715 ist ein ehrlicher mallorquinischer Rotwein mit ausgewogener Nase und einem befriedigenden Abgang im Mund. Dieser Wein hat das Potential, ein Alter von 6 bis 8 Jahren zu erreichen.

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¡Salut!

Der Geheimcode der Natur

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Die Natur ist recht außergewöhnlich, in gewisser Weise sogar seltsam komisch. Sie ist oft überraschend simpel und frappierend unkompliziert in allem, was sie tut, aber gleichzeitig sind die Umwelt, der Planet Erde und das ganze Universum unglaublich komplex und kompliziert in ihrer immensen Ausdehnung und ihrer scheinbar endlosen Unendlichkeit. Das scheint ein Widerspruch, aber vielleicht täuscht dieser Eindruck.

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Wenn man viel Zeit auf dem Ackerland verbringt, wie wir dies täglich bei Son Alegre auf unserem Weingut tun, und das schließt auch sonntags und Feiertage ein, dann ist man in ständigem Kontakt mit den Wundern der Natur, den Elementen, dem Wind, dem Wetter, den Auswirkungen der Sonne, des Mondes, der Sterne und der Planeten. Hier existiert ein vitales Pflanzenleben der Flora und es gibt eine unermüdliche Aktivität von Tieren und Fauna. Rundum sind wir Tag und Nacht von einem Summen umgeben, einer ständigen Bewegung von kleinen Kreaturen, Ameisen, Käfern, Insekten, Würmern, Schmetterlingen, Bienen, Vögeln, Tauben, Fasanen und Wildtieren wie Kaninchen, Katzen, Igeln, Mäusen und anderen Nagetieren, und so weiter.

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Die Arbeit auf dem Land und im Weingut gibt uns die Möglichkeit, zu beobachten und zu lernen. Man kann nicht umhin, zu bemerken, dass die Natur nicht unserem menschlichen Rhythmus, unserer Uhr oder unserem Kalender folgt. In der Natur gibt es keinen Vierundzwanzig-Stunden-Rhythmus, es gibt keine Sieben-Tage-Takt, es gibt keine Sommerzeit und es gibt keinen Urlaub oder festliche oder sonstige Feiertage. Natur und Pflanzen, Bienen, Ameisen und Mykorrhizae sind fortwährend damit beschäftigt, ihre Arbeit zu verrichten, nur von Tageslicht und Sonne, Mond und Sternen geleitet, kaum aus der Ruhe gebracht von Wind oder Regen, nur manchmal unterbrochen von Stürmen oder Hagel, gelegentlich aus der Bahn geworfen durch Fluten oder Überschwemmungen.

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Die Natur macht an Sonntagen keine Pause, und Ameisen, Würmer und Schmetterlinge sind nicht im achtstündigen Arbeitstakt tätig; sie haben keinen Anspruch auf Krankentage oder gar auf Urlaub. Sie alle sind kontinuierlich, Tag für Tag, ganz ohne Ruhetag, von morgens bis abends beschäftigt, und dann schon wieder am nächsten Tag. Unsere Schafe verlangen ihr Futter, ebenso wie unsere Schweine, egal, ob am Werktag oder am Sonntag; sie würden sich wundern, wenn sie ihr Futter oder ihr Wasser nicht zu der gewohnten Stunde bekommen würden.

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Während wir das Geschehen rund um uns beobachten, können wir unweigerlich erkennen, dass es Muster, Strukturen und Schemata gibt, innerhalb derer sich die Natur bewegt und entwickelt. Man kann Regeln, Vorschriften, ein Ordnungssystem sozusagen, erkennen, das sich stets wiederholt. Man könnte sagen, dass allem ein Code zugrunde liegt, ein geheimer Kanon. Dieser Geheimcode scheint Form, Gestalt und Verhalten der Natur zu regeln und die Art und Weise zu bestimmen, wie Dinge geformt sind und wie Dinge wachsen. Die Anordnung alles Organischen und die Struktur von Pflanzen und Tieren scheinen insgesamt einer Regel zu folgen, die vielleicht am besten durch die Form einer Spirale erklärt werden kann. Das Spiralmuster einer Schnecke kommt diesem Muster am Nächsten, das am besten die Art und Weise darstellt, wie die Natur sich selbst organisiert.

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Der italienische Mathematiker Leonardo Pisano Bigollo, der besser als Fibonacci (ca. 1175-1250) bekannt ist, war vielleicht der erste, der diesen geheimen Code entdeckte (obwohl man darauf hinweisen muss, dass schon vor ihm indische Mathematiker im 6. Jahrhundert auf diese Sequenz aufmerksam gemacht haben). Die Fibonacci-Formel, auch Fibonacci-Sequenz genannt, wird in einer mathematischen Formel ausgedrückt: 1, 1, 2, 3, 5, 8, 13, 21, 34, 55, 89, 144, 233, 377, 610, 987, ad Infinitum.

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Man könnte die Fibonacci-Sequenz das Ordnungszahlenmuster der Natur nennen. Es scheint überall in der Natur zu erscheinen, von der Blattanordnung der Pflanzen oder von der Zweiganordnung der Bäume bis zur Anordnung der Blütenblätter, den Schuppen eines Tannenzapfens und der Schuppenrinde einer Ananas. Das Fibonacci-Prinzip scheint den Aufbau jedes Lebewesens, einschließlich der einzelligen Lebewesen, zu bestimmen, einer Weizenähre etwa oder eines Bienenstocks und sogar des Körperbaus des Menschen und der Menschheit. Selbst die Milchstraße scheint sich in der gleichen Form oder im gleichen Muster anzuordnen, und auch Spiralgalaxien (Spiralnebel) folgen dem gleichen Fibonacci-Spiralmuster. Diese Zahlenfolge und dieses Anordnungsmuster wird häufig als Goldener Schnitt oder Goldene Zahl bezeichnet.

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Was hat all das mit Wein zu tun ist, könnte man sich fragen?

Nun, wenn Sie organischen Wein erzeugen, wie wir bei Son Alegre tun, gibt es keine Frage, dass die Natur die leitende Kraft sein muss. Wir kultivieren unser Weingut nach den Prinzipien von Masanobu Fukuoka (1913-2008), was eine „totale Achtung vor der Natur und der Umwelt“ bedeutet. Unser Weingut ist ein perfektes Beispiel dafür, wie die Natur sich selbst sieht. Wir lieben unsere Arbeit und unser Weingut. Wir danken jedem Stein, jedem Zweig, und jedem Tier oder Insekt. Wir bedanken uns für ihren Beitrag und ihre Mitarbeit, die diesem Weingut ermöglicht, die Reben und Trauben zu produzieren und uns die Möglichkeit gibt, 100% Bio-Wein in der bestmöglichen Qualität zu erzeugen. Nur durch Respekt und Liebe zur Natur können wir das Gleichgewicht und die Harmonie finden, die wir alle verloren haben und die wir so sehr brauchen.

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Die besonderen Witterungsverhältnisse unseres Landguts geben unserem Wein die einzigartigen und besonderen Merkmale, die er aufweist. Während der heißen Sommermonate reagiert die kalte Luft vom Meer kommend mit der wärmeren Luft, die durch den Kontakt mit der warmen Erde erwärmt wurde, und diese Begegnung erzeugt während der heißen Nachmittage einen frischen Luftstrom. Man neigt vielleicht dazu, zu glauben, dass es die Traubenart ist, die unserem Wein den Geschmack verleiht, wenn es wirklich der Boden ist, auf dem die Trauben angebaut werden, der die besonderen Geschmacksmerkmale des Weines erzeugt. Dies geschieht aufgrund der Typologie des Bodens, der Bereitstellung einiger elementarer Nährstoffe für die Reben und auch teilweise aufgrund des Mikroklimas unserer Landschaft am Fuss der Serra de Llevant.

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Der Mondkalender ist für Son Alegre ein sehr wichtiges Instrument unserer Arbeit. Indem wir die Phasen des Mondes beobachten, wie es unsere Vorfahren schon immer getan haben, beachten wir die günstigste Zeit für die Beschneidung unserer Bäume und Rebstöcke, für das Veredeln von Pflaumen auf Mandelbaumzweigen, das Anpflanzen neuer Bäume, die Aussaat von Getreide, die Ernte unserer Trauben, das Besamen von Schweinen, Schafen oder Eseln, oder sogar das Schneiden unserer Haare. Die Natur kreiert und gibt Frieden, unterstützt uns und hilft uns, einen ausgewogenen Gleichgewichtszustand zu finden, genau das, was in unserer Zeit so dringend gebraucht wird.

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Wir kultivieren Reben auf Son Alegre auf 12 Hektar am Rande von Santanyí, in der Gegend zwischen Son Danus und Ses Angoixes. Für uns ist das Wachstum der Trauben eine Gelegenheit, unsere Faszination für die wunderbare Komplexität der natürlichen Umwelt zu leben. Wir verwenden die klassischen Methoden der Praxis im Weinbau und in der Önologie. Die Traubenernte wird nur von Hand und in Kisten durchgeführt, das Pressen erfolgt auf traditionelle Weise, die Gärung wird mit einheimischen natürlichen Hefen erleichtert und die Fässer für den Alterungsprozess unseres Rotweins wurden aus französischer Eiche hergestellt.

Und all das macht einen besseren Wein. Zumindest glauben wir das.

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