Unsere Zukunft beginnt mit der jungen Generation

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Auf dem Weingut Son Alegre sind wir nicht bloss an Wein und dem Weinbau interessiert. Unser Projekt der biologischen und biodynamischen Landwirtschaft zielt auf mehr ab, nämlich darauf, die vielen Irrungen der Landwirtschaft hier auf Mallorca zu korrigieren und zu kompensieren. All unsere Bemühungen machen jedoch nur dann Sinn, wenn dieses Projekt über einen langen Zeitraum, weit in die Zukunft und idealerweise über mehrere Generationen hinweg, durchgeführt wird. Wir freuen uns über den schlussendlichen Erfolg eines solchen  Projekts, aber wir freuen uns auch darüber, hier auf Mallorca die Basis für solch einen alternativen und naturbelassenden Ansatz für eine nachhaltige Landwirtschaft geschaffen zu haben.

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Es ist uns dabei sehr wichtig, der nächsten Generation die Wichtigkeit verantwortungsbewusster Landwirtschaftsmethoden nahezubringen. Zu diesem Zweck haben wir Kontakt mit Grundschulen und Sekundärschulen im Südosten Mallorcas aufgenommen, um Schulklassen einzuladen, unsere Finca zu besuchen und mit eigenen Augen die Vorteile der natürlichen Landwirtschaft zu sehen, den Effekt unseres Ansatzes, nicht zu pflügen, sowie das Ergebnis unserer strikten Ablehnung von Herbiziden, Insektiziden und kommerziellen Düngemitteln.

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Vor einigen Wochen hatten wir den ersten dieser Schulbesuche, als etwa 60 Schüler aus drei Klassen der Grundschule des CEIP Blai Bonet in Santanyí unsere Finca am Ortsrand unter der Anleitung einiger ihrer Lehrer besuchten.

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Wir versuchten anlässlich dieses Besuches, den Jugendlichen die grundlegenden Prinzipien der Luftverschmutzung, des Grundwasserabbaus und der Bedeutung unseres ökologischen footprints zu vermitteln. Wir erörterten auch Biodiversität und sprachen über biologische Gemeinschaften, Mykorrhizae und die symbiotische Beziehung von Wirtsorganismen und ihrer Parasiten, über Photosynthese und organische Zersetzung, natürliche Schädlingsbekämpfung und Permakultur, den Kohlenstoffkreislauf und den Wasserkreislauf, über Stickstoff und Phosphor. Wir sprachen über die globale Erwärmung, den Ressourcenverbrauch, das Bevölkerungswachstum und das Ökosystem generell. Wir erklärten, wie die Landwirtschaft auf Mallorca vor etwa 120 Jahren eine Bevölkerung von knapp 200.000 Menschen versorgen musste, während heute die Inselbevölkerung auf fast 1.000.000 angewachsen ist, mit zusätzlichen 15.000.000 Besuchern pro Jahr.

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Die Kinder waren wirklich neugierig und interessiert. Sie schienen zu begreifen, dass wir alle Teil eines wunderbar komplizierten Systems der gegenseitigen Abhängigkeit sind und dass es uns allen besser geht, wenn wir die Weisheit des Gebens und Nehmens behelligen. Wir glauben, dass, aus unserer Sicht, unsere Besucher die Zeit bei uns gut verbracht haben und sicherlich sah es auch so aus, als wären die jungen Besucher gleichermaßen glücklich über ihren Ausflug.

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Falls Sie jemanden kennen sollten, der im Schulwesen hier auf der Insel arbeitet und einen ähnlich gearteten Schulausflug für 25 bis 75 Jugendliche vorschlagen möchte, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf unter 606.401.408 (Miquel Manresa). Besuche sind von unserer Seite aus kostenlos. Nur der Transport müsste von der Schule arrangiert werden.

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Zen und die Kunst des Weinbaus

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Glück und Zufriedenheit sind in unserer Zeit nicht immer leicht zu finden. Es mag sein, dass unsere Großeltern und Vorfahren vielleicht Befriedigung und Erfüllung in den Aktivitäten ihres täglichen Lebens und in ihrer Arbeit gefunden haben. Wir scheinen heute jedoch Glück und Zufriedenheit vor allem von unseren Kontoauszügen zu erwarten. Wir sind alle zu Geiseln der Null geworden, der unendlichen Anzahl von Nullen, die wir auf dem Kontostand unserer Bankauszüge sehen wollen. Man könnte sagen, dass unsere Vorfahren bei weitem einen besseren Deal hatten, mit weniger Stress und weniger Druck. Zweifellos hatten auch unsere Ahnen ihre Probleme, aber sie waren weniger als wir von der Gnade der Banken, der Macht der globalen Chemiekonzerne und den restriktiven Forderungen der Politiker, des Marktes, des Handels und der Konkurrenz betroffen.

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Wenn man wie wir in der Landwirtschaft arbeitet, fühlt man sich gelegentlich überwältigt vom Gewicht der Verantwortung und dem Trott der täglichen Arbeit, ganz zu schweigen von den komplizierten Wetterbedingungen, die oft ungünstig sind, sowie der Unbeständigkeit der Natur im Allgemeinen. Aufgrund des Fehlens großer Nutzflächen ernährt die Landwirtschaft hier auf Mallorca den Bauern nicht mehr so wie früher. Die junge Generation sagt, dass die Landwirtschaft keinen Spaß mehr macht, wie das früher vielleicht der Fall war, weil die Arbeit auf dem Land heutzutage keinen Gewinn mehr abwirft, zumindest nicht hier auf unserer kleinen Insel. So ist beispielsweise bei der Ernte von Mandeln oder der Johannisbrotfrucht keine Gewinnspanne mehr gegeben. Die Arbeitskosten für deren Ernte sind höher als der Preis, den die Händler bezahlen. Mandeln verbleiben deshalb oft ungeerntet auf den Bäumen. Die junge Generation zieht es vor, im Finanzsektor und im Bankenwesen, sowie in der Tourismusbranche und der Gastronomie zu arbeiten, weil der dort gegebene Verdienst viel höher ist als jeder Ertrag aus der Landwirtschaft.

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In Son Alegre hingegen genießen wir täglich unsere Arbeit auf dem Land. Wir haben nicht damit begonnen, Wein zu machen, um schnell reich zu werden. Gewinn ist nicht unsere Hauptsorge und finanzieller Profit wird niemals unser Hauptmotiv sein. Wir machen Landwirtschaft mit einem organischen und biodynamischen Ansatz, wobei wir uns auf Trauben, Oliven und Xeixa-Weizen konzentrieren, weil wir die Natur lieben und deren Herausforderungen annehmen, da wir diese als Teil unserer persönlichen Lebensweise sehen, und sie uns Reife, Akzeptanz und Kontinuität bietet. Die Weinherstellung ist für uns eine Frage der Metaphysik von Qualität. Wir sehen uns als Teil des größeren Ganzen, das das Universum darstellt, und sehen unsere Arbeit auf dem Land als ein Hegen des Bodens und als ein Zurückgeben an das Land, was dieses uns seit Menschengedenken gegeben hat. Es handelt sich wirklich um eine Abwägung von Werten.

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Wir finden Erfüllung in der Betreuung unserer Pflanzen, Reben, Bäume und Früchte, denn wir sind der Meinung, dass wir nur ein kleiner Bestandteil der ganzheitlichen Existenz auf diesem Planeten sind. Wir genießen es, zu wissen, dass unser Beitrag für das Ökosystem wichtig ist, bedeutsam für die Struktur des Ganzen, und auch essentiell für den sozialen Zusammenhang.

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Es macht uns Freude, wenn wir eine weitere erfolgreiche Ernte von Trauben oder Oliven haben, auch wenn es gelegentlich Hagel oder Überschwemmungen oder andere Naturplagen gibt. Es macht uns Freude, Bienen und Ameisen, Käfer, Marienkäfer und Insekten bei ihrer Arbeit auf unserem Land zu beobachten. Es erfüllt uns mit Dankbarkeit, wenn wir den Vögeln auf unserem Landgut lauschen können. Es freut uns, im Frühling die Knospen aufspringen zu sehen und im Sommer das Wachstum unserer Früchte beobachten zu können. Und wir schätzen uns glücklich, wenn wir die Trauben pflücken dürfen und unsere Oliven ernten können, wenn die Zeit der Ernte gekommen ist. Wir glauben, dass die Natur uns zu jeder Minute des Tages Harmonie und Empathie lehrt, und wir denken, dass eine demütige Haltung Glück beschert.

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Mahatma Gandhi sagte es einmal ganz treffend: „Glück ist, wenn das, was du denkst, was du sagst und was du tust, in Harmonie ist“.

Molts d’anys.

Sich wie zuhause fühlen

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Weinbauern und Winzer sind gewöhnlich stolz auf ihre Taten und Leistungen, ihre meisterlichen Fähigkeiten, ihre Finesse und ihre geheimnisvolle Kenntnis der Materie. Auf dem Weingut Son Alegre verbringen wir jedoch nicht all zu viel Zeit mit solchem Selbstlob; in Wahrheit glauben wir gar nicht, dass wir wirklich all zu viel für unsere Reben oder unseren Wein tun. Es ist die Natur, die alles für uns richtet – der Wind, die Sonne, der Regen, der Erdboden, der Mond, die Schafe, Vögel, Insekten, Marienkäfer (Coccinellidae) und andere Käfer, Ameisen, Würmer und Bienen. Ob Sie es glauben oder nicht, all das macht unseren Wein aus. Der menschliche Eingriff auf unserem Weingut ist eher gering und wir versuchen sogar, unser Engagement noch weiter zu reduzieren.

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Nehmen wir zum Beispiel die Vögel auf unserem Anwesen: wir haben beobachtet, dass sich die Anzahl der Vögel ebenso wie die Anzahl der Arten seit der Gründung unseres Weinguts im Jahr 2002 im Südosten Mallorcas, nördlich von Santanyí, beträchtlich vermehrt hat. Irgendetwas scheinen wir richtig zu machen, wenn wir unsere Reben nicht so sehr bearbeiten, und sich deshalb so viele Vögel auf unserem Land sich so zuhause fühlen. Sie scheinen sich hier wohl zu fühlen, oder sie würden nicht Jahr für Jahr ihre Nester bei uns bauen und ihre Eier legen und brüten, um die nächste Generation von Ringeltauben (Columba palumbus), Wachteln (Coturnix coturnix), Steinhühnern (Alectoris graeca) oder Fasanen (Phasianus colchicus) auszubrüten.

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Wir haben auch den Kuckuck (Cuculus canorus) schon gesehen, oder besser, gehört, ebenso wie die Nachtigall (Luscinia megarhynchos), die sich gerne vor unseren Augen versteckt hält.

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Wir glauben auch, dass wir Besuch vom Wendehals (Jynx torquilla) hatten, einem Mitglied der Familie der Spechte, ebenso wie vom Wiedehopf (Upupa epops).

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Wir haben außerdem Hinweise auf den Bienenfresser (Merops apiaster), der zweifellos der schönste all unserer gefiederten Besucher ist, obwohl wir noch keine seiner Nester oder Eier gefunden haben. Wir sind noch auf der Suche.

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Wir konnten auch schon den Alpensegler (Apus melba) und den Fahlsegler (Apus pallidus) bewundern, obwohl diese ihre Nester nicht inmitten unserer Reben, sondern eher unter den Dächern unserer Ställe bauen würden.

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Es gibt auch Hinweise auf den Pirol (Oriolus oriolus) auf unserem Anwesen und auch auf den Star (Sturnus vulgaris).

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Gelegentlich besuchen uns Möwen; das Meer ist nicht all zu weit von hier entfernt, und in den heißen Sommermonaten sorgt zum Beispiel der Luftstrom des sogenannten ‚Embat‚ dafür, die Lachmöwe (Chroicocephalus ridibundus) und die Silbermöwe (Larus argentatus) zu uns zu bringen. Wir glauben aber nicht, dass sie auf unserem Land nisten. Wir sind aber nicht sicher; wir lernen stets noch etwas Neues über die Tierwelt, hier, direkt vor unserer Nase.

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Wir glauben, dass all diese Vögel und noch andere Arten, die erst noch zu identifizieren sind, sich auf unserem Land aus den gleichen Gründen wohl fühlen, die auch unseren Wein so aussergewöhnlich machen: der Umstand, dass wir sie ungestört und unbehelligt lassen. Wir pflügen unseren Boden nicht und wir düngen auch unser Land nicht. Wir verwenden keine Pestizide oder sonstige Chemikalien in der Bekämpfung sogenannten Unkrauts, weder gegen Pflanzenkrankheiten noch gegen Insektenbefall.

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Wir überlassen es der Natur, ihre zu Arbeit machen, und wir gehen auch nicht davon aus, dass wir es besser wissen als sie. Die Natur hilft seit über zweitausend Jahren, hier auf der Insel Mallorca Wein zu machen und wir schätzen uns glücklich, etwas zurückzutreten, damit die Natur auch in den nächsten zweitausend Jahren noch mehr von diesem besonderen Wein wachsen lassen kann.

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Aber eines wollen wir tun: uns bedanken bei der Natur, bei den Vögeln, bei all den Tieren und Lebewesen gleich welcher Art. Danke. Danke Euch allen.

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¡Salut!

Wir begegnen der Natur mit hingebungsvoller Leidenschaft. Unsere Weine spiegeln diese Hingabe wider.

Son Alegre Callet

Auf dem Weingut Son Alegre betreiben wir eine biologische und biodynamische Landwirtschaft. Wir glauben, dass natürliche Abläufe und Wechselwirkungen nicht nur notwendig, sondern sogar unverzichtbar sind für den Anbau von Qualitätsweintrauben und letztlich für hervorragenden Wein. Wir glauben, dass es am besten ist, die Natur im größtmöglichen Ausmaß unbeeinträchtigt und ungestört zu lassen. Deshalb haben wir unser Land seit mehr als zehn Jahren nicht mehr gepflügt, weil wir der Mikrobiologie unseres Bodens nicht schaden wollen. Wir glauben, dass ein vielfältigeres Bodenmikrobiom ganz generell zu weniger Pflanzenkrankheiten führt, und das bei höherem Ertrag und mit einer besseren Traubenqualität. Eine leidenschaftliche Vorgehensweise, verbunden mit einer biologischen, ökologischen, organischen und biodynamischen Landwirtschaft, ist für uns die bestmögliche Art und Weise, Wein herzustellen.

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Ramon lo Foll weiß

Dieser Wein ist eine Komposition aus Trauben der Chardonnay-, Giró Ros- und Malvasia-Reben. Er wurde 6 Monate lang in Edelstahltanks gekeltert und reifte weitere 3 Monate in der Flasche. Der Wein wurde im März 2017 in Flaschen abgefüllt. Der Alkoholgehalt beträgt 12,5% Vol.

Pep Costa weiß

Dieser Wein besteht zu 100% aus der mallorquinischen Giró-Ros-Traube des Jahrgangs 2016. Er wurde 10 Monate lang in Edelstahltanks gekeltert und reifte weitere 10 Monate in der Flasche. Der Wein wurde im Juni 2016 in Flaschen abgefüllt. Der Alkoholgehalt beträgt 11,8% Vol.

Foner rosé

Dieser Wein ist eine Coupage aus Trauben der Cabernet Sauvignon-, Merlot- und Syrah-Sorten. Er wurde 6 Monate lang in Edelstahltanks gekeltert und weitere 3 Monate in der Flasche gereift. Die Abfüllung in Flaschen erfolgte im März 2017. Der Alkoholgehalt beträgt 13,5% Vol.

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Dieser Wein des Jahrgang 2015 wurde aus Trauben der Cabernet Sauvignon-, Syrah- und Merlot-Sorten komponiert. Er wurde 15 Monate lang in Edelstahltanks gekeltert und reifte weitere 6 Monate in der Flasche. Der Wein wurde im Januar 2017 in Flaschen abgefüllt. Der Alkoholgehalt beträgt 14,5% Vol.

All unsere Bio-Weine sind im Einklang mit der Natur gewachsen und mit liebevoller Sorgfalt gekeltert.

Ramon Llull und sein grandioser Baum der Wissenschaft (Arbor Scientiae)

Ramon Llull

Ramon Llull gilt zweifelsohne als eine der wichtigsten Persönlichkeiten in der Geschichte Mallorcas und sicher auch als einer der größten Denker des Mittelalters in ganz Spanien. Er wird der Vater der katalanischen Literatur genannt und er gilt auch als einer der universellsten europäischen Gelehrten jener Zeit.

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Ramon Llull wurde um 1232 in Palma de Mallorca geboren. Als Junge diente er König Jaume I. (der Eroberer) als Page und später fungierte er als Erzieher von dessen Nachfolger, Prinz Jaume, dem zukünftigen König von Mallorca. Während seiner Jugend lebte Llull am Hofe, diente dort als Diener und Butler, während er ein ausgeschweiftes und zuweilen extravagantes Leben führte. Er war verheiratet und hatte zwei Kinder.

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Im Alter von etwa dreißig Jahren hatte Llull vier Erscheinungen oder Visionen des gekreuzigten Christus, was ihn dazu bewegte, seinen Lebensstil als Lebemann aufzugeben und dem Ideal des Franziskanerordens zu folgen. Er löste sich von seinen weltlichen Besitztümern und wurde zum Wanderprediger. Er verbürgte sich, für seine verlassene Frau und Kinder zu sorgen und verzichtete fortan auf seine fragliche Lebensweise. Stattdessen arbeitete er mit Hingabe daran, die Menschheit unter einer universalen Religion zu vereinigen und deren gemeinsame Interessen umfassend zu verwirklichen. Er schrieb rund 280 Bücher der scholastischen Philosophie, über Wissenschaft, Erziehung, Mystik und Grammatik, ebenso wie Romane, mit Übersetzungen ins Arabische und Katalanische sowie in Latein. Heute gilt Ramon Llull als Urvater der Methodik des kombinatorischen Denkens, der Grundlage moderner Computer-Softwarearchitektur.

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Eines der umfangreichsten und beispielhaftesten Werke von Ramon Llull ist ein Buch mit dem Titel ‚Baum der Wissenschaft‘ (Arbor Scientiae). Dies ist für uns von Son Alegre und für unseren ganzheitlichen Ansatz der biologischen Landwirtschaft besonders interessant. Das Buch ‚Baum der Wissenschaft‘ ist ein gutes Beispiel für Llulls methodischen und kontemplativen Denkansatz. Arbor Scientiae ist gemäss einer besonderen Symbolik eines Baumes strukturiert, in der ein Baum und dessen Bestandteile die menschliche Natur repräsentieren und sie auf klare und verständliche Weise mit der Wissenschaft in Beziehung setzen. Ein Baum wird mit seinen Wurzeln, dem Stamm, den Ästen, Blättern und Früchten symbolisch mit verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen in Bezug gebracht. Die Wurzeln stellen die Grundprinzipien jedes Wissenschaftsgebietes dar; der Stamm ist deren Struktur; die Zweige, die Gattungen; die Blätter, die Arten; und die Früchte sind das menschliche Individuum mit seinen Handlungen und seiner letztendlichen Bestimmung. Auf diese Weise vereinigt sich die Naturphilosophie mit der Moralphilosophie. Das Ziel dieses enzyklopädischen Vergleichs sollte es sein, universelles Wissen, Kunst und Wissenschaft umfassend zu vermitteln.

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Das Buch Arbor Scientiae wird weithin als das schönste und vollständigste Werk des Llullianischen Œuvres angesehen.

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Das Weingut Son Alegre widmete den Weißwein des Jahrgangs 2016 unter dem Namen ‚Ramon lo Foll‘ und mit der Farbe des Lichtes diesem Ramon Llull, der sich selbst gelegentlich ‚Ramon der Narr‘ nannte, der aber auch als Der Erleuchtete bekannt war. Auf dem Weinetikett illustrieren wir verschiedene Beispiele von Llulls Ars Magna-Scheiben, die er für seine kombinatorische Methode verwendete.

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¡Salut!

Die erstaunlichen Wege der Natur

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Weinanbau und Weinherstellung beginnen überall auf der Welt mit der Landwirtschaft, auf dem Lande, im Weinberg. Alle Bestandteile des Weines sind naturbedingt – Boden, Klima, die Rebpflanze, die Nährstoffe im Boden, die die Pflanze nähren, Wasser, Mykorrhizen, Insekten, Ameisen, Würmer, Mikroorganismen, Bakterienzellen und so weiter. Jedes Gramm Boden in und um Pflanzenwurzeln wird von bis zu 10 Milliarden Bakterienzellen bewohnt. Man mag sich fragen, wie viel – oder wie wenig – wir tatsächlich über unser Land, unseren Boden und unsere Rolle in der Landwirtschaft wissen und über die wahren Mechanismen des landwirtschaftlichen Anbaus, oder in unserem Fall, über den Anbau von Wein.

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Der Schlüssel zur Landwirtschaft und damit der Ansatz zum Weinbau ist ein profundes Verständnis der Natur und ihrer magischen Simplizität, verbunden mit ihrer unendlichen Komplexität. Wir Menschen neigen dazu zu denken, dass wir alles wissen und dass wir alles kontrollieren können, die Natur und ihre Mechanismen prägen und beherrschen können, und somit den Ertrag unserer landwirtschaftlichen Produktion maximieren können. Aber wir wissen recht wenig, wenn wir ehrlich sind.

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Im Weingut Son Alegre gehen wir die Landwirtschaft stets von einem biologischen und biodynamischen Ansatz an. Wir glauben, dass natürliche Prozesse und Interaktionen nicht nur notwendig sind, sondern tatsächlich unverzichtbar sind bei der Erzeugnis von qualitativ hochwertigen Produkten und Lebensmitteln, oder, in unserem Fall, von Qualitätswein. Wir glauben, dass es am besten ist, die Natur weitgehend ungestört zu lassen. Deshalb haben wir unser Land seit über zehn Jahren nicht mehr gepflügt, weil wir der Mikrobiologie unseres Bodens nicht schaden wollen. Wir sind davon überzeugt, dass ein vielfältigeres Mikrobiom des Bodens generell zu weniger Schädlingsbefall der Pflanzen führt, ebenso wie zu einem höheren Ertrag und einer besseren Ernte von Obst oder, zum Beispiel Wein. Für uns ist ein organischer, ökologischer, biologischer und biodynamischer Ansatz in der Landwirtschaft der einzig wirkliche Weg nach vorne.

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Mit diesem Ansatz bewirtschaften wir unser Land am Rande von Santanyí seit etwa 15 Jahre, seit wir dieses Land erworben haben. Wir dachten, wir machten die Dinge einigermassen richtig und ausgewogen, stets in Harmonie mit der Natur und in Kongruenz mit dem Universum. Unsere Reben – und Olivenbäume – wuchsen und gediehen im Laufe der Jahre. Unser natives Olivenöl extra und unsere Bio-Weine fanden Akzeptanz auf dem Markt. Mit 8.000 Flaschen Wein (Rot, Weiß und Rosé) beginnend, steigerten wir den Ausstoss langsam auf 10, 15 und sogar 20.000 Flaschen pro Jahr. In diesem Jahr haben wir unsere Produktion schliesslich auf knapp 25.000 Flaschen erhöht. Alles ging gut, zumindest dachten wir das.

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Aber nein. Am Samstag, den 1. Juli 2017, erteilte uns die Natur eine Lektion und zeigte uns, dass auch ein gewissenhafter und biodynamischer Ansatz keine Garantie für den Erfolg in der Landwirtschaft ist. Unsere Finca wurde um die Mittagszeit innerhalb von nur 45 Minuten von einem Hagelschlag mit ca. 65 l Wasser und Eis heimgesucht. Wir wurden von einem Hagelschlag überrascht, wie er in dieser Region noch nie zuvor erlebt worden war. In Santanyí kann sich niemand an einen so heftigen und verheerenden Sturm mit so schwerem Hagel erinnern.

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Unsere Reben wurden fast komplett zerstört und wir verloren schätzungsweise 90% unserer Trauben. Zu guter Letzt haben wir in diesem Jahr rund 1.700 kg Trauben ernten können, im Vergleich zu 22.000 kg im Vorjahr. Auch unsere Oliven erlitten einen enormen Rückschlag. Wir rechnen damit, dass etwa 70% unserer Olivenernte verloren sind und wir glauben kaum, dass wir mehr als 100 l Olivenöl gewinnen können, wenn Ende Oktober die Zeit der Olivenernte ansteht.

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Aber siehe da, etwa 10 Tage nach der Naturkatastrophe begannen unsere Reben überraschenderweise, neue Knospen zu treiben und seither hat sich ein neues, zweites Wachstum der Weintrauben ergeben. Es kann vielleicht eine zweite Ernte geben, wenn auch erst Ende Oktober, und falls das Wetter dies erlaubt.

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Die Trauben des zweiten Wachstums, wenn sie denn geerntet werden sollten, werden nicht den normalen Bedingungen unseres Landes und unseres Klimas unterworfen sein, mit den hohen Temperaturen von Juli und August und den heißen Nächten während des Sommers, sonder eher unter Bedingungen gewachsen sein, die denen an der französische Atlantikküste entsprechen. Es wird interessant sein zu sehen, was das Endergebnis dieses Naturereignisses und der ungewöhnlichen Wetterkapriole sein wird und welche Art von Wein, wenn überhaupt, daraus resultieren könnte.

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Aber das ist es ja, was die Natur ausmacht. Die Natur ist immer voller Synergie und geheimnisvoller Symbiose, ist voller Wunder und einfach erstaunlich und immer wieder überraschend. Die Natur überrascht uns immer wieder, im Guten wie im Bösen. Auf lange Sicht hat es immer jedoch wieder erwiesen, dass die Natur unser Freund ist. Auch wenn dieses wunderbare und uns staunen lassendes Wunder manchmal schmerzhafte Konsequenzen haben mag, müssen wir doch die manchmal unverständlichen Wege der Natur akzeptieren. Letztlich ist dies einfach das Beste, was wir haben.

Wenn Gott es so will, wird ein Wunder geschehen. Sollte dies nicht geschehen, ist das auch in Ordnung. Die Lektion in Demut ist mehr Wert als der Ertrag, den das Weingut geben könnte.

(Miquel Manresa Vadell)

Wir präsentieren unseren neuen Bio-Rotwein, Calonge 1715

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Das Weingut Son Alegre widmet den neuen Bio-Rotwein 2015 dem Gedenken an diejenigen, die in Mallorca im Jahre 1715 für Unabhängigkeit und Freiheit kämpften. Dieser neue Rotwein wurde mit großer Hingabe aus unseren Syrah-, Merlot- und Cabernet Sauvignon-Trauben komponiert. Der Wein wurde mit dem Namen Calonge 1715 versehen; er soll an ein denkwürdiges historisches Ereignis erinnern.

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Am 15. und 16. Juni 1715 erlebte der Ort Calonge, der in jenen Tagen kaum mehr als fünfzig Einwohner hatte, ein tragisches Kapitel am Ende des Spanischen Erbfolgekrieges.

Im Spanischen Erbfolgekrieg (1701-1715) sahen sich zwei europäische Imperien und Dynastien gegenüber, die zwei unterschiedliche Modelle des Regierens vertraten. Die österreichische Seite vertrat eine Kultur der Verständigung und der Verträge, während das Haus der Bourbonen dem Absolutismus huldigte. Das Königreich von Mallorca, ebenso wie Valencia, das Fürstentum Katalonien und das Königreich von Aragon, unterstützten Karl III. von Österreich. Valencia und Aragon waren bereits im Jahr 1707 gefallen und Barcelona schliesslich im Jahre 1714, so dass nur noch Mallorca und Ibiza verblieben, denn Menorca war bereits 1708 von den Briten eingenommen worden.

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Da der Vizekönig von Mallorca die Verteidigung von Barcelona unterstützt hatte, entschied er sich für den Widerstand und weigerte sich standhaft, den Forderungen nach einer Unterwerfung Folge zu leisten. Eine Flotte von fast 30.000 Männern der Armee der Bourbonen setzte daraufhin Segel von Barcelona nach Mallorca. Die Landung von etwa 11.000 gut bewaffneten und ausgebildeten französischen Soldaten erfolgte am Nachmittag des 15. Juni 1715 in Cala Llonga, Cala Ferrera und Cala Figuera. Am nächsten Tag leistete eine Miliz von etwa 600 Bürgern aus Felanitx in der Umgebung von Calonge Widerstand. Dreißig Männer verloren dabei ihr Leben. Die bourbonische Expedition rückte über Felanitx nach Petra, Santa Margarita, Alcúdia, Sa Pobla und Binissalem vor und am 11. Juli wurden den Eroberern schließlich die Schlüssel der Inselhauptstadt Palma übergeben. Das Königreich Mallorca war fortan den militärischen und administrativen Anordnungen Kastiliens unterworfen, deren Rechtssprechung, deren Steuern und auch deren Sprache.

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Dennoch sind die Menschen und Bürger Mallorcas in den letzten 300 Jahren ihren Symbolen und ihrer Sprache treu geblieben. Dieser Rotwein ist ein gutes Beispiel dafür. Das Weingut Son Alegre widmet die Ernte des Jahrgangs 2015 dem Postulat von Freiheit und Unabhängigkeit.

Alle Rebstöcke des Weinguts Son Alegre in Santanyí werden nach den ökologischen Landwirtschaftsstandards der EU und nach den Grundprinzipien der Biodynamik gehegt. Unsere Rebstöcke wurden 2004 angepflanzt und hatten ein durchschnittliches Alter von elf Jahren, als die Trauben im September 2015 liebevoll von Hand geerntet wurden.

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Die Herstellung dieses Weines erfolgte in Edelstahltanks unter kontrollierten Bedingungen bei Temperaturen von zwischen 24° und 26° C während der Gärung, gefolgt von einer Mazerationsdauer von 21 Tagen. Der Reifeprozess umfasste 13 Monate in Edelstahlfässern und zwölf Monaten in der Flasche. Der Wein wurde im Oktober 2016 abgefüllt. Es wurden lediglich 4.000 Flaschen produziert. Wir wissen, dass das nicht wirklich viel ist. Aber wir sind nur ein kleines Weingut und unser Wachstum soll stets so organisch sein, wie dies unsere landwirtschaftlichen Bemühungen sind.

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Der Son Alegre Calonge 1715 Bio-Rotwein hat einen Alkoholgehalt von 14,5% Vol. und wird am besten mit einer Temperatur von zwischen 15° und 18° C serviert. Calonge 1715 ist ein ehrlicher mallorquinischer Rotwein mit ausgewogener Nase und einem befriedigenden Abgang im Mund. Dieser Wein hat das Potential, ein Alter von 6 bis 8 Jahren zu erreichen.

Calonge 1715

¡Salut!