Unsere Zukunft beginnt mit der jungen Generation

son-alegre_future_3

Auf dem Weingut Son Alegre sind wir nicht bloss an Wein und dem Weinbau interessiert. Unser Projekt der biologischen und biodynamischen Landwirtschaft zielt auf mehr ab, nämlich darauf, die vielen Irrungen der Landwirtschaft hier auf Mallorca zu korrigieren und zu kompensieren. All unsere Bemühungen machen jedoch nur dann Sinn, wenn dieses Projekt über einen langen Zeitraum, weit in die Zukunft und idealerweise über mehrere Generationen hinweg, durchgeführt wird. Wir freuen uns über den schlussendlichen Erfolg eines solchen  Projekts, aber wir freuen uns auch darüber, hier auf Mallorca die Basis für solch einen alternativen und naturbelassenden Ansatz für eine nachhaltige Landwirtschaft geschaffen zu haben.

son-alegre_future_4

Es ist uns dabei sehr wichtig, der nächsten Generation die Wichtigkeit verantwortungsbewusster Landwirtschaftsmethoden nahezubringen. Zu diesem Zweck haben wir Kontakt mit Grundschulen und Sekundärschulen im Südosten Mallorcas aufgenommen, um Schulklassen einzuladen, unsere Finca zu besuchen und mit eigenen Augen die Vorteile der natürlichen Landwirtschaft zu sehen, den Effekt unseres Ansatzes, nicht zu pflügen, sowie das Ergebnis unserer strikten Ablehnung von Herbiziden, Insektiziden und kommerziellen Düngemitteln.

son-alegre_future_5

Vor einigen Wochen hatten wir den ersten dieser Schulbesuche, als etwa 60 Schüler aus drei Klassen der Grundschule des CEIP Blai Bonet in Santanyí unsere Finca am Ortsrand unter der Anleitung einiger ihrer Lehrer besuchten.

son-alegre_future_6

Wir versuchten anlässlich dieses Besuches, den Jugendlichen die grundlegenden Prinzipien der Luftverschmutzung, des Grundwasserabbaus und der Bedeutung unseres ökologischen footprints zu vermitteln. Wir erörterten auch Biodiversität und sprachen über biologische Gemeinschaften, Mykorrhizae und die symbiotische Beziehung von Wirtsorganismen und ihrer Parasiten, über Photosynthese und organische Zersetzung, natürliche Schädlingsbekämpfung und Permakultur, den Kohlenstoffkreislauf und den Wasserkreislauf, über Stickstoff und Phosphor. Wir sprachen über die globale Erwärmung, den Ressourcenverbrauch, das Bevölkerungswachstum und das Ökosystem generell. Wir erklärten, wie die Landwirtschaft auf Mallorca vor etwa 120 Jahren eine Bevölkerung von knapp 200.000 Menschen versorgen musste, während heute die Inselbevölkerung auf fast 1.000.000 angewachsen ist, mit zusätzlichen 15.000.000 Besuchern pro Jahr.

son-alegre_future_7

Die Kinder waren wirklich neugierig und interessiert. Sie schienen zu begreifen, dass wir alle Teil eines wunderbar komplizierten Systems der gegenseitigen Abhängigkeit sind und dass es uns allen besser geht, wenn wir die Weisheit des Gebens und Nehmens behelligen. Wir glauben, dass, aus unserer Sicht, unsere Besucher die Zeit bei uns gut verbracht haben und sicherlich sah es auch so aus, als wären die jungen Besucher gleichermaßen glücklich über ihren Ausflug.

son-alegre_future_8

Falls Sie jemanden kennen sollten, der im Schulwesen hier auf der Insel arbeitet und einen ähnlich gearteten Schulausflug für 25 bis 75 Jugendliche vorschlagen möchte, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf unter 606.401.408 (Miquel Manresa). Besuche sind von unserer Seite aus kostenlos. Nur der Transport müsste von der Schule arrangiert werden.

son-alegre_future_9

Masanobu Fukuoka und die vier Prinzipien der naturgemäßen Landwirtschaft

Son Alegre Masanobu Fukuoka 1

Auf dem Weingut Son Alegre in Santanyí (Mallorca) wenden wir die von Masanobu Fukuoka (1913-2008) entwickelten und propagierten Methoden einer naturgemäßen Landwirtschaft an. Dieser japanische Bauer, Agrarwissenschaftler und Philosoph ist bekannt für seine Methode der natürlichen Landwirtschaft und der Wiederbegrünung von trockenem Land oder Ödland, das von Wüstenbildung bedroht ist.

Son Alegre Masanobu Fukuoka 4

Fukuoka erkannte, dass die Natur perfekt ist, so wie sie ist. Er glaubte, dass Probleme in der Natur nur entstehen, wenn Menschen versuchen, die Natur zu verbessern und das Land nur zu ihrem eigenen Nutzen bearbeiten. Er wurde zu einem Verfechter der archaischen Anbaumethoden von traditionellen Völkern für den Anbau von Direktsaat und von Nicht-Herbizid-Getreideanbau durch die Schaffung einer besonderen Anbaumethode, die gemeinhin als „Natürliche Landwirtschaft“ oder „Nichts-Tun-Landwirtschaft“ bezeichnet wird. Die Natur ist in der Lage, sich selbst zu erhalten. Sie bedarf menschlicher Eingriffe nicht.

Son Alegre Masanobu Fukuoka 03

Fukuoka fasste seine Erfahrungen in den vier Prinzipien der natürlichen Landwirtschaft zusammen.

• Nach Fukuokas Beobachtung kultiviert und regeneriert sich der Boden. Es gibt keine Notwendigkeit für den Menschen, zu tun, was Wurzeln, Würmer, Ameisen und Mikroorganismen besser tun. Darüber hinaus verändert das Pflügen des Bodens die natürliche Umgebung und fördert das Wachstum von Unkraut. Sein erstes Prinzip war deshalb: Kein Pflügen oder Umgraben des Bodens.

Son Alegre Masanobu Fukuoka_05

• Zweitens befruchtet das geordnete Wachstum und der Verfall des pflanzlichen und tierischen Lebens in einer unveränderten natürlichen Umgebung den Boden ohne jegliche Hilfe des Menschen. Ein Schwund von Fruchtbarkeit tritt nur dann auf, wenn das ursprüngliche Wachstum zugunsten bodenschonender Nahrungspflanzen oder Gräsern zur Viehfütterung eliminiert wird. Ein Hinzufügen von chemischen Düngemitteln hilft der wachsenden Ernte, nicht aber dem Boden, der sich weiterhin verschlechtert. Daher ist Fukuokas zweites Prinzip: Kein chemischer Dünger oder kommerzieller Kompost. Stattdessen fördert er bodendeckende Pflanzen wie Weissklee und andere Leguminosen, die natürliche Dünger sind.

Son Alegre Masanobu Fukuoka_06

• Unkraut ist der Feind des Bauern. Fukuoka beobachtete, dass sein Unkrautwachstum stark nachliess, als er aufhörte, zu pflügen. Dies geschah, weil das Pflügen tatsächlich tief liegende Unkrautsamen aufweckte und diesen so die Chance gab, neu zu ersprießen. Bodenbearbeitung ist daher nicht die Antwort auf Unkraut. Auch chemische Herbizide sind es nicht, weil diese das Gleichgewicht der Natur stören und Gifte im Boden und im Wasser hinterlassen. Es gibt einen einfacheren Weg. Zunächst einmal muss Unkraut nicht vollständig eliminiert werden; es kann vielmehr erfolgreich durch Ausstreuen von Stroh über frisch angesäten Boden und durch das Anpflanzen von bodendeckenden Pflanzen unterdrückt werden. Kein Jäten durch Bodenbearbeitung und keine Herbizide, lautet das dritte Prinzip von Fukuoka.

Son Alegre Masanobu Fukuoka_07

• Was tun schließlich gegen Schädlinge und Insekten? Als Fukuokas Getreidefelder und Obstgärten mehr und mehr einer natürlichen Ökologie ähnelten – mit der Verbreitung von Pflanzensorten, die alle gemeinsam in einem Durcheinander wuchsen -, schafften diese auch einen naturgemässen Lebensraum für kleinste Lebewesen. In einem solchen Lebensraum bemerkte Fukuoka, dass der natürliche Balanceakt der Natur verhinderte, dass eine Spezies die Oberhand gewinnt. Sich selbst überlassen, zieht die Natur härtere Bestände vor. Fukuokas viertes Prinzip lautet: Keine Abhängigkeit von chemischen Pestiziden.

Son Alegre Masanobu Fukuoka_08

Bei Son Alegre lassen wir die Natur ihre Arbeit machen und wir massen uns nicht an, zu behaupten, dass wir alles besser wissen. Wir haben unsere Weinfelder seit mehr als zehn Jahren nicht mehr gepflügt. Die Natur macht hier auf der Insel Mallorca seit über zweitausend Jahren Wein und wir treten gerne ein wenig in den Hintergrund, damit die Natur in den nächsten zweitausend Jahren weiterhin außergewöhnliche Weine entstehen lassen kann.

Son Alegre Masanobu Fukuoka_09

(Die meisten Informationen über die vier Prinzipien der natürlichen Landwirtschaft wurden von der Website The One-Straw Revolution übernommen und können dort genauer eingesehen werden. Hier ist eine PDF-Datei eines Buches von Masanobu Fukuoka, The Natural Way Of Farming (in Englisch), falls Sie tiefer in die Sache einsteigen möchten.)

Zen und die Kunst des Weinbaus

Son Alegre 2

Glück und Zufriedenheit sind in unserer Zeit nicht immer leicht zu finden. Es mag sein, dass unsere Großeltern und Vorfahren vielleicht Befriedigung und Erfüllung in den Aktivitäten ihres täglichen Lebens und in ihrer Arbeit gefunden haben. Wir scheinen heute jedoch Glück und Zufriedenheit vor allem von unseren Kontoauszügen zu erwarten. Wir sind alle zu Geiseln der Null geworden, der unendlichen Anzahl von Nullen, die wir auf dem Kontostand unserer Bankauszüge sehen wollen. Man könnte sagen, dass unsere Vorfahren bei weitem einen besseren Deal hatten, mit weniger Stress und weniger Druck. Zweifellos hatten auch unsere Ahnen ihre Probleme, aber sie waren weniger als wir von der Gnade der Banken, der Macht der globalen Chemiekonzerne und den restriktiven Forderungen der Politiker, des Marktes, des Handels und der Konkurrenz betroffen.

Son Alegre 3

Wenn man wie wir in der Landwirtschaft arbeitet, fühlt man sich gelegentlich überwältigt vom Gewicht der Verantwortung und dem Trott der täglichen Arbeit, ganz zu schweigen von den komplizierten Wetterbedingungen, die oft ungünstig sind, sowie der Unbeständigkeit der Natur im Allgemeinen. Aufgrund des Fehlens großer Nutzflächen ernährt die Landwirtschaft hier auf Mallorca den Bauern nicht mehr so wie früher. Die junge Generation sagt, dass die Landwirtschaft keinen Spaß mehr macht, wie das früher vielleicht der Fall war, weil die Arbeit auf dem Land heutzutage keinen Gewinn mehr abwirft, zumindest nicht hier auf unserer kleinen Insel. So ist beispielsweise bei der Ernte von Mandeln oder der Johannisbrotfrucht keine Gewinnspanne mehr gegeben. Die Arbeitskosten für deren Ernte sind höher als der Preis, den die Händler bezahlen. Mandeln verbleiben deshalb oft ungeerntet auf den Bäumen. Die junge Generation zieht es vor, im Finanzsektor und im Bankenwesen, sowie in der Tourismusbranche und der Gastronomie zu arbeiten, weil der dort gegebene Verdienst viel höher ist als jeder Ertrag aus der Landwirtschaft.

Son Alegre 4

In Son Alegre hingegen genießen wir täglich unsere Arbeit auf dem Land. Wir haben nicht damit begonnen, Wein zu machen, um schnell reich zu werden. Gewinn ist nicht unsere Hauptsorge und finanzieller Profit wird niemals unser Hauptmotiv sein. Wir machen Landwirtschaft mit einem organischen und biodynamischen Ansatz, wobei wir uns auf Trauben, Oliven und Xeixa-Weizen konzentrieren, weil wir die Natur lieben und deren Herausforderungen annehmen, da wir diese als Teil unserer persönlichen Lebensweise sehen, und sie uns Reife, Akzeptanz und Kontinuität bietet. Die Weinherstellung ist für uns eine Frage der Metaphysik von Qualität. Wir sehen uns als Teil des größeren Ganzen, das das Universum darstellt, und sehen unsere Arbeit auf dem Land als ein Hegen des Bodens und als ein Zurückgeben an das Land, was dieses uns seit Menschengedenken gegeben hat. Es handelt sich wirklich um eine Abwägung von Werten.

Son Alegre 5

Wir finden Erfüllung in der Betreuung unserer Pflanzen, Reben, Bäume und Früchte, denn wir sind der Meinung, dass wir nur ein kleiner Bestandteil der ganzheitlichen Existenz auf diesem Planeten sind. Wir genießen es, zu wissen, dass unser Beitrag für das Ökosystem wichtig ist, bedeutsam für die Struktur des Ganzen, und auch essentiell für den sozialen Zusammenhang.

Son Alegre_06

Es macht uns Freude, wenn wir eine weitere erfolgreiche Ernte von Trauben oder Oliven haben, auch wenn es gelegentlich Hagel oder Überschwemmungen oder andere Naturplagen gibt. Es macht uns Freude, Bienen und Ameisen, Käfer, Marienkäfer und Insekten bei ihrer Arbeit auf unserem Land zu beobachten. Es erfüllt uns mit Dankbarkeit, wenn wir den Vögeln auf unserem Landgut lauschen können. Es freut uns, im Frühling die Knospen aufspringen zu sehen und im Sommer das Wachstum unserer Früchte beobachten zu können. Und wir schätzen uns glücklich, wenn wir die Trauben pflücken dürfen und unsere Oliven ernten können, wenn die Zeit der Ernte gekommen ist. Wir glauben, dass die Natur uns zu jeder Minute des Tages Harmonie und Empathie lehrt, und wir denken, dass eine demütige Haltung Glück beschert.

Son Alegre_07

Mahatma Gandhi sagte es einmal ganz treffend: „Glück ist, wenn das, was du denkst, was du sagst und was du tust, in Harmonie ist“.

Molts d’anys.

Sich wie zuhause fühlen

nido_01

Weinbauern und Winzer sind gewöhnlich stolz auf ihre Taten und Leistungen, ihre meisterlichen Fähigkeiten, ihre Finesse und ihre geheimnisvolle Kenntnis der Materie. Auf dem Weingut Son Alegre verbringen wir jedoch nicht all zu viel Zeit mit solchem Selbstlob; in Wahrheit glauben wir gar nicht, dass wir wirklich all zu viel für unsere Reben oder unseren Wein tun. Es ist die Natur, die alles für uns richtet – der Wind, die Sonne, der Regen, der Erdboden, der Mond, die Schafe, Vögel, Insekten, Marienkäfer (Coccinellidae) und andere Käfer, Ameisen, Würmer und Bienen. Ob Sie es glauben oder nicht, all das macht unseren Wein aus. Der menschliche Eingriff auf unserem Weingut ist eher gering und wir versuchen sogar, unser Engagement noch weiter zu reduzieren.

nido_02

Nehmen wir zum Beispiel die Vögel auf unserem Anwesen: wir haben beobachtet, dass sich die Anzahl der Vögel ebenso wie die Anzahl der Arten seit der Gründung unseres Weinguts im Jahr 2002 im Südosten Mallorcas, nördlich von Santanyí, beträchtlich vermehrt hat. Irgendetwas scheinen wir richtig zu machen, wenn wir unsere Reben nicht so sehr bearbeiten, und sich deshalb so viele Vögel auf unserem Land sich so zuhause fühlen. Sie scheinen sich hier wohl zu fühlen, oder sie würden nicht Jahr für Jahr ihre Nester bei uns bauen und ihre Eier legen und brüten, um die nächste Generation von Ringeltauben (Columba palumbus), Wachteln (Coturnix coturnix), Steinhühnern (Alectoris graeca) oder Fasanen (Phasianus colchicus) auszubrüten.

nido_03

Wir haben auch den Kuckuck (Cuculus canorus) schon gesehen, oder besser, gehört, ebenso wie die Nachtigall (Luscinia megarhynchos), die sich gerne vor unseren Augen versteckt hält.

nido_04

Wir glauben auch, dass wir Besuch vom Wendehals (Jynx torquilla) hatten, einem Mitglied der Familie der Spechte, ebenso wie vom Wiedehopf (Upupa epops).

nido_05

Wir haben außerdem Hinweise auf den Bienenfresser (Merops apiaster), der zweifellos der schönste all unserer gefiederten Besucher ist, obwohl wir noch keine seiner Nester oder Eier gefunden haben. Wir sind noch auf der Suche.

nido_06

Wir konnten auch schon den Alpensegler (Apus melba) und den Fahlsegler (Apus pallidus) bewundern, obwohl diese ihre Nester nicht inmitten unserer Reben, sondern eher unter den Dächern unserer Ställe bauen würden.

nido_07

Es gibt auch Hinweise auf den Pirol (Oriolus oriolus) auf unserem Anwesen und auch auf den Star (Sturnus vulgaris).

nido_08

Gelegentlich besuchen uns Möwen; das Meer ist nicht all zu weit von hier entfernt, und in den heißen Sommermonaten sorgt zum Beispiel der Luftstrom des sogenannten ‚Embat‚ dafür, die Lachmöwe (Chroicocephalus ridibundus) und die Silbermöwe (Larus argentatus) zu uns zu bringen. Wir glauben aber nicht, dass sie auf unserem Land nisten. Wir sind aber nicht sicher; wir lernen stets noch etwas Neues über die Tierwelt, hier, direkt vor unserer Nase.

nido_09

Wir glauben, dass all diese Vögel und noch andere Arten, die erst noch zu identifizieren sind, sich auf unserem Land aus den gleichen Gründen wohl fühlen, die auch unseren Wein so aussergewöhnlich machen: der Umstand, dass wir sie ungestört und unbehelligt lassen. Wir pflügen unseren Boden nicht und wir düngen auch unser Land nicht. Wir verwenden keine Pestizide oder sonstige Chemikalien in der Bekämpfung sogenannten Unkrauts, weder gegen Pflanzenkrankheiten noch gegen Insektenbefall.

nido_10

Wir überlassen es der Natur, ihre zu Arbeit machen, und wir gehen auch nicht davon aus, dass wir es besser wissen als sie. Die Natur hilft seit über zweitausend Jahren, hier auf der Insel Mallorca Wein zu machen und wir schätzen uns glücklich, etwas zurückzutreten, damit die Natur auch in den nächsten zweitausend Jahren noch mehr von diesem besonderen Wein wachsen lassen kann.

nido_11

Aber eines wollen wir tun: uns bedanken bei der Natur, bei den Vögeln, bei all den Tieren und Lebewesen gleich welcher Art. Danke. Danke Euch allen.

nido_12

¡Salut!

Ramon Llull und sein grandioser Baum der Wissenschaft (Arbor Scientiae)

Ramon Llull

Ramon Llull gilt zweifelsohne als eine der wichtigsten Persönlichkeiten in der Geschichte Mallorcas und sicher auch als einer der größten Denker des Mittelalters in ganz Spanien. Er wird der Vater der katalanischen Literatur genannt und er gilt auch als einer der universellsten europäischen Gelehrten jener Zeit.

Ramon Llull2

Ramon Llull wurde um 1232 in Palma de Mallorca geboren. Als Junge diente er König Jaume I. (der Eroberer) als Page und später fungierte er als Erzieher von dessen Nachfolger, Prinz Jaume, dem zukünftigen König von Mallorca. Während seiner Jugend lebte Llull am Hofe, diente dort als Diener und Butler, während er ein ausgeschweiftes und zuweilen extravagantes Leben führte. Er war verheiratet und hatte zwei Kinder.

ramon-llull-tree-philosophy-love

Im Alter von etwa dreißig Jahren hatte Llull vier Erscheinungen oder Visionen des gekreuzigten Christus, was ihn dazu bewegte, seinen Lebensstil als Lebemann aufzugeben und dem Ideal des Franziskanerordens zu folgen. Er löste sich von seinen weltlichen Besitztümern und wurde zum Wanderprediger. Er verbürgte sich, für seine verlassene Frau und Kinder zu sorgen und verzichtete fortan auf seine fragliche Lebensweise. Stattdessen arbeitete er mit Hingabe daran, die Menschheit unter einer universalen Religion zu vereinigen und deren gemeinsame Interessen umfassend zu verwirklichen. Er schrieb rund 280 Bücher der scholastischen Philosophie, über Wissenschaft, Erziehung, Mystik und Grammatik, ebenso wie Romane, mit Übersetzungen ins Arabische und Katalanische sowie in Latein. Heute gilt Ramon Llull als Urvater der Methodik des kombinatorischen Denkens, der Grundlage moderner Computer-Softwarearchitektur.

Ramon Llull Arbor Scientiae 3

Eines der umfangreichsten und beispielhaftesten Werke von Ramon Llull ist ein Buch mit dem Titel ‚Baum der Wissenschaft‘ (Arbor Scientiae). Dies ist für uns von Son Alegre und für unseren ganzheitlichen Ansatz der biologischen Landwirtschaft besonders interessant. Das Buch ‚Baum der Wissenschaft‘ ist ein gutes Beispiel für Llulls methodischen und kontemplativen Denkansatz. Arbor Scientiae ist gemäss einer besonderen Symbolik eines Baumes strukturiert, in der ein Baum und dessen Bestandteile die menschliche Natur repräsentieren und sie auf klare und verständliche Weise mit der Wissenschaft in Beziehung setzen. Ein Baum wird mit seinen Wurzeln, dem Stamm, den Ästen, Blättern und Früchten symbolisch mit verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen in Bezug gebracht. Die Wurzeln stellen die Grundprinzipien jedes Wissenschaftsgebietes dar; der Stamm ist deren Struktur; die Zweige, die Gattungen; die Blätter, die Arten; und die Früchte sind das menschliche Individuum mit seinen Handlungen und seiner letztendlichen Bestimmung. Auf diese Weise vereinigt sich die Naturphilosophie mit der Moralphilosophie. Das Ziel dieses enzyklopädischen Vergleichs sollte es sein, universelles Wissen, Kunst und Wissenschaft umfassend zu vermitteln.

Ramon Llull Arbor Scientiae 2

Das Buch Arbor Scientiae wird weithin als das schönste und vollständigste Werk des Llullianischen Œuvres angesehen.

Ramon Llull Arbor Scientiae 5

Das Weingut Son Alegre widmete den Weißwein des Jahrgangs 2016 unter dem Namen ‚Ramon lo Foll‘ und mit der Farbe des Lichtes diesem Ramon Llull, der sich selbst gelegentlich ‚Ramon der Narr‘ nannte, der aber auch als Der Erleuchtete bekannt war. Auf dem Weinetikett illustrieren wir verschiedene Beispiele von Llulls Ars Magna-Scheiben, die er für seine kombinatorische Methode verwendete.

Ramon lo Foll 5

¡Salut!

Die erstaunlichen Wege der Natur

Son Alegre granizada2

Weinanbau und Weinherstellung beginnen überall auf der Welt mit der Landwirtschaft, auf dem Lande, im Weinberg. Alle Bestandteile des Weines sind naturbedingt – Boden, Klima, die Rebpflanze, die Nährstoffe im Boden, die die Pflanze nähren, Wasser, Mykorrhizen, Insekten, Ameisen, Würmer, Mikroorganismen, Bakterienzellen und so weiter. Jedes Gramm Boden in und um Pflanzenwurzeln wird von bis zu 10 Milliarden Bakterienzellen bewohnt. Man mag sich fragen, wie viel – oder wie wenig – wir tatsächlich über unser Land, unseren Boden und unsere Rolle in der Landwirtschaft wissen und über die wahren Mechanismen des landwirtschaftlichen Anbaus, oder in unserem Fall, über den Anbau von Wein.

Son Alegre granizada4

Der Schlüssel zur Landwirtschaft und damit der Ansatz zum Weinbau ist ein profundes Verständnis der Natur und ihrer magischen Simplizität, verbunden mit ihrer unendlichen Komplexität. Wir Menschen neigen dazu zu denken, dass wir alles wissen und dass wir alles kontrollieren können, die Natur und ihre Mechanismen prägen und beherrschen können, und somit den Ertrag unserer landwirtschaftlichen Produktion maximieren können. Aber wir wissen recht wenig, wenn wir ehrlich sind.

Son Alegre granizada3

Im Weingut Son Alegre gehen wir die Landwirtschaft stets von einem biologischen und biodynamischen Ansatz an. Wir glauben, dass natürliche Prozesse und Interaktionen nicht nur notwendig sind, sondern tatsächlich unverzichtbar sind bei der Erzeugnis von qualitativ hochwertigen Produkten und Lebensmitteln, oder, in unserem Fall, von Qualitätswein. Wir glauben, dass es am besten ist, die Natur weitgehend ungestört zu lassen. Deshalb haben wir unser Land seit über zehn Jahren nicht mehr gepflügt, weil wir der Mikrobiologie unseres Bodens nicht schaden wollen. Wir sind davon überzeugt, dass ein vielfältigeres Mikrobiom des Bodens generell zu weniger Schädlingsbefall der Pflanzen führt, ebenso wie zu einem höheren Ertrag und einer besseren Ernte von Obst oder, zum Beispiel Wein. Für uns ist ein organischer, ökologischer, biologischer und biodynamischer Ansatz in der Landwirtschaft der einzig wirkliche Weg nach vorne.

Son Alegre granizada_10

Mit diesem Ansatz bewirtschaften wir unser Land am Rande von Santanyí seit etwa 15 Jahre, seit wir dieses Land erworben haben. Wir dachten, wir machten die Dinge einigermassen richtig und ausgewogen, stets in Harmonie mit der Natur und in Kongruenz mit dem Universum. Unsere Reben – und Olivenbäume – wuchsen und gediehen im Laufe der Jahre. Unser natives Olivenöl extra und unsere Bio-Weine fanden Akzeptanz auf dem Markt. Mit 8.000 Flaschen Wein (Rot, Weiß und Rosé) beginnend, steigerten wir den Ausstoss langsam auf 10, 15 und sogar 20.000 Flaschen pro Jahr. In diesem Jahr haben wir unsere Produktion schliesslich auf knapp 25.000 Flaschen erhöht. Alles ging gut, zumindest dachten wir das.

Son Alegre granizada5

Aber nein. Am Samstag, den 1. Juli 2017, erteilte uns die Natur eine Lektion und zeigte uns, dass auch ein gewissenhafter und biodynamischer Ansatz keine Garantie für den Erfolg in der Landwirtschaft ist. Unsere Finca wurde um die Mittagszeit innerhalb von nur 45 Minuten von einem Hagelschlag mit ca. 65 l Wasser und Eis heimgesucht. Wir wurden von einem Hagelschlag überrascht, wie er in dieser Region noch nie zuvor erlebt worden war. In Santanyí kann sich niemand an einen so heftigen und verheerenden Sturm mit so schwerem Hagel erinnern.

Son Alegre granizada7

Unsere Reben wurden fast komplett zerstört und wir verloren schätzungsweise 90% unserer Trauben. Zu guter Letzt haben wir in diesem Jahr rund 1.700 kg Trauben ernten können, im Vergleich zu 22.000 kg im Vorjahr. Auch unsere Oliven erlitten einen enormen Rückschlag. Wir rechnen damit, dass etwa 70% unserer Olivenernte verloren sind und wir glauben kaum, dass wir mehr als 100 l Olivenöl gewinnen können, wenn Ende Oktober die Zeit der Olivenernte ansteht.

Son Alegre granizada6

Aber siehe da, etwa 10 Tage nach der Naturkatastrophe begannen unsere Reben überraschenderweise, neue Knospen zu treiben und seither hat sich ein neues, zweites Wachstum der Weintrauben ergeben. Es kann vielleicht eine zweite Ernte geben, wenn auch erst Ende Oktober, und falls das Wetter dies erlaubt.

Son Alegre granizada8

Die Trauben des zweiten Wachstums, wenn sie denn geerntet werden sollten, werden nicht den normalen Bedingungen unseres Landes und unseres Klimas unterworfen sein, mit den hohen Temperaturen von Juli und August und den heißen Nächten während des Sommers, sonder eher unter Bedingungen gewachsen sein, die denen an der französische Atlantikküste entsprechen. Es wird interessant sein zu sehen, was das Endergebnis dieses Naturereignisses und der ungewöhnlichen Wetterkapriole sein wird und welche Art von Wein, wenn überhaupt, daraus resultieren könnte.

Son Alegre granizada9

Aber das ist es ja, was die Natur ausmacht. Die Natur ist immer voller Synergie und geheimnisvoller Symbiose, ist voller Wunder und einfach erstaunlich und immer wieder überraschend. Die Natur überrascht uns immer wieder, im Guten wie im Bösen. Auf lange Sicht hat es immer jedoch wieder erwiesen, dass die Natur unser Freund ist. Auch wenn dieses wunderbare und uns staunen lassendes Wunder manchmal schmerzhafte Konsequenzen haben mag, müssen wir doch die manchmal unverständlichen Wege der Natur akzeptieren. Letztlich ist dies einfach das Beste, was wir haben.

Wenn Gott es so will, wird ein Wunder geschehen. Sollte dies nicht geschehen, ist das auch in Ordnung. Die Lektion in Demut ist mehr Wert als der Ertrag, den das Weingut geben könnte.

(Miquel Manresa Vadell)

Der Geheimcode der Natur

Fibonacci 7

Die Natur ist recht außergewöhnlich, in gewisser Weise sogar seltsam komisch. Sie ist oft überraschend simpel und frappierend unkompliziert in allem, was sie tut, aber gleichzeitig sind die Umwelt, der Planet Erde und das ganze Universum unglaublich komplex und kompliziert in ihrer immensen Ausdehnung und ihrer scheinbar endlosen Unendlichkeit. Das scheint ein Widerspruch, aber vielleicht täuscht dieser Eindruck.

Fibonacci 2

Wenn man viel Zeit auf dem Ackerland verbringt, wie wir dies täglich bei Son Alegre auf unserem Weingut tun, und das schließt auch sonntags und Feiertage ein, dann ist man in ständigem Kontakt mit den Wundern der Natur, den Elementen, dem Wind, dem Wetter, den Auswirkungen der Sonne, des Mondes, der Sterne und der Planeten. Hier existiert ein vitales Pflanzenleben der Flora und es gibt eine unermüdliche Aktivität von Tieren und Fauna. Rundum sind wir Tag und Nacht von einem Summen umgeben, einer ständigen Bewegung von kleinen Kreaturen, Ameisen, Käfern, Insekten, Würmern, Schmetterlingen, Bienen, Vögeln, Tauben, Fasanen und Wildtieren wie Kaninchen, Katzen, Igeln, Mäusen und anderen Nagetieren, und so weiter.

Fibonacci 8

Die Arbeit auf dem Land und im Weingut gibt uns die Möglichkeit, zu beobachten und zu lernen. Man kann nicht umhin, zu bemerken, dass die Natur nicht unserem menschlichen Rhythmus, unserer Uhr oder unserem Kalender folgt. In der Natur gibt es keinen Vierundzwanzig-Stunden-Rhythmus, es gibt keine Sieben-Tage-Takt, es gibt keine Sommerzeit und es gibt keinen Urlaub oder festliche oder sonstige Feiertage. Natur und Pflanzen, Bienen, Ameisen und Mykorrhizae sind fortwährend damit beschäftigt, ihre Arbeit zu verrichten, nur von Tageslicht und Sonne, Mond und Sternen geleitet, kaum aus der Ruhe gebracht von Wind oder Regen, nur manchmal unterbrochen von Stürmen oder Hagel, gelegentlich aus der Bahn geworfen durch Fluten oder Überschwemmungen.

Fibonacci 11

Die Natur macht an Sonntagen keine Pause, und Ameisen, Würmer und Schmetterlinge sind nicht im achtstündigen Arbeitstakt tätig; sie haben keinen Anspruch auf Krankentage oder gar auf Urlaub. Sie alle sind kontinuierlich, Tag für Tag, ganz ohne Ruhetag, von morgens bis abends beschäftigt, und dann schon wieder am nächsten Tag. Unsere Schafe verlangen ihr Futter, ebenso wie unsere Schweine, egal, ob am Werktag oder am Sonntag; sie würden sich wundern, wenn sie ihr Futter oder ihr Wasser nicht zu der gewohnten Stunde bekommen würden.

Fibonacci 10

Während wir das Geschehen rund um uns beobachten, können wir unweigerlich erkennen, dass es Muster, Strukturen und Schemata gibt, innerhalb derer sich die Natur bewegt und entwickelt. Man kann Regeln, Vorschriften, ein Ordnungssystem sozusagen, erkennen, das sich stets wiederholt. Man könnte sagen, dass allem ein Code zugrunde liegt, ein geheimer Kanon. Dieser Geheimcode scheint Form, Gestalt und Verhalten der Natur zu regeln und die Art und Weise zu bestimmen, wie Dinge geformt sind und wie Dinge wachsen. Die Anordnung alles Organischen und die Struktur von Pflanzen und Tieren scheinen insgesamt einer Regel zu folgen, die vielleicht am besten durch die Form einer Spirale erklärt werden kann. Das Spiralmuster einer Schnecke kommt diesem Muster am Nächsten, das am besten die Art und Weise darstellt, wie die Natur sich selbst organisiert.

Fibonacci 13

Der italienische Mathematiker Leonardo Pisano Bigollo, der besser als Fibonacci (ca. 1175-1250) bekannt ist, war vielleicht der erste, der diesen geheimen Code entdeckte (obwohl man darauf hinweisen muss, dass schon vor ihm indische Mathematiker im 6. Jahrhundert auf diese Sequenz aufmerksam gemacht haben). Die Fibonacci-Formel, auch Fibonacci-Sequenz genannt, wird in einer mathematischen Formel ausgedrückt: 1, 1, 2, 3, 5, 8, 13, 21, 34, 55, 89, 144, 233, 377, 610, 987, ad Infinitum.

Fibonacci 12

Man könnte die Fibonacci-Sequenz das Ordnungszahlenmuster der Natur nennen. Es scheint überall in der Natur zu erscheinen, von der Blattanordnung der Pflanzen oder von der Zweiganordnung der Bäume bis zur Anordnung der Blütenblätter, den Schuppen eines Tannenzapfens und der Schuppenrinde einer Ananas. Das Fibonacci-Prinzip scheint den Aufbau jedes Lebewesens, einschließlich der einzelligen Lebewesen, zu bestimmen, einer Weizenähre etwa oder eines Bienenstocks und sogar des Körperbaus des Menschen und der Menschheit. Selbst die Milchstraße scheint sich in der gleichen Form oder im gleichen Muster anzuordnen, und auch Spiralgalaxien (Spiralnebel) folgen dem gleichen Fibonacci-Spiralmuster. Diese Zahlenfolge und dieses Anordnungsmuster wird häufig als Goldener Schnitt oder Goldene Zahl bezeichnet.

Fibonacci 22

Was hat all das mit Wein zu tun ist, könnte man sich fragen?

Nun, wenn Sie organischen Wein erzeugen, wie wir bei Son Alegre tun, gibt es keine Frage, dass die Natur die leitende Kraft sein muss. Wir kultivieren unser Weingut nach den Prinzipien von Masanobu Fukuoka (1913-2008), was eine „totale Achtung vor der Natur und der Umwelt“ bedeutet. Unser Weingut ist ein perfektes Beispiel dafür, wie die Natur sich selbst sieht. Wir lieben unsere Arbeit und unser Weingut. Wir danken jedem Stein, jedem Zweig, und jedem Tier oder Insekt. Wir bedanken uns für ihren Beitrag und ihre Mitarbeit, die diesem Weingut ermöglicht, die Reben und Trauben zu produzieren und uns die Möglichkeit gibt, 100% Bio-Wein in der bestmöglichen Qualität zu erzeugen. Nur durch Respekt und Liebe zur Natur können wir das Gleichgewicht und die Harmonie finden, die wir alle verloren haben und die wir so sehr brauchen.

Fibonacci 18

Die besonderen Witterungsverhältnisse unseres Landguts geben unserem Wein die einzigartigen und besonderen Merkmale, die er aufweist. Während der heißen Sommermonate reagiert die kalte Luft vom Meer kommend mit der wärmeren Luft, die durch den Kontakt mit der warmen Erde erwärmt wurde, und diese Begegnung erzeugt während der heißen Nachmittage einen frischen Luftstrom. Man neigt vielleicht dazu, zu glauben, dass es die Traubenart ist, die unserem Wein den Geschmack verleiht, wenn es wirklich der Boden ist, auf dem die Trauben angebaut werden, der die besonderen Geschmacksmerkmale des Weines erzeugt. Dies geschieht aufgrund der Typologie des Bodens, der Bereitstellung einiger elementarer Nährstoffe für die Reben und auch teilweise aufgrund des Mikroklimas unserer Landschaft am Fuss der Serra de Llevant.

Fibonacci 17

Der Mondkalender ist für Son Alegre ein sehr wichtiges Instrument unserer Arbeit. Indem wir die Phasen des Mondes beobachten, wie es unsere Vorfahren schon immer getan haben, beachten wir die günstigste Zeit für die Beschneidung unserer Bäume und Rebstöcke, für das Veredeln von Pflaumen auf Mandelbaumzweigen, das Anpflanzen neuer Bäume, die Aussaat von Getreide, die Ernte unserer Trauben, das Besamen von Schweinen, Schafen oder Eseln, oder sogar das Schneiden unserer Haare. Die Natur kreiert und gibt Frieden, unterstützt uns und hilft uns, einen ausgewogenen Gleichgewichtszustand zu finden, genau das, was in unserer Zeit so dringend gebraucht wird.

Fibonacci 16

Wir kultivieren Reben auf Son Alegre auf 12 Hektar am Rande von Santanyí, in der Gegend zwischen Son Danus und Ses Angoixes. Für uns ist das Wachstum der Trauben eine Gelegenheit, unsere Faszination für die wunderbare Komplexität der natürlichen Umwelt zu leben. Wir verwenden die klassischen Methoden der Praxis im Weinbau und in der Önologie. Die Traubenernte wird nur von Hand und in Kisten durchgeführt, das Pressen erfolgt auf traditionelle Weise, die Gärung wird mit einheimischen natürlichen Hefen erleichtert und die Fässer für den Alterungsprozess unseres Rotweins wurden aus französischer Eiche hergestellt.

Und all das macht einen besseren Wein. Zumindest glauben wir das.

Fibonacci 15