Einer unserer wichtigsten Mitarbeiter im Weinbau ist der Marienkäfer

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Man mag sich darüber streiten, welches das wichtigste Tier, der wichtigste Vogel, das wichtigste Insekt, Käfer oder sonstiger lebender Organismus auf landwirtschaftlichen Flächen für den Weinbau, wie z. B. auf unserem Weingut Son Alegre in Santanyí (Mallorca), sein mag. Wohl kaum jemand wird Zweifel daran hegen, dass der Landwirt in seiner Arbeit nicht ohne die Honigbiene (Apis mellifera) auskommen könnte, ebensowenig wie ohne die Ameise (Formicidae) oder den gemeinen Regenwurm (Hormogastridae). Aber wenn wir ganz ehrlich sind, würden wir unser Geschäft, Trauben für unseren Wein anzubauen und dann daraus Wein zu keltern, nicht ausüben können, wenn es den Marienkäfer (Coccinellidae) nicht gäbe. Wirklich.

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Sehen Sie, auf einem Landgut wie dem unseren, wo der Boden unter biodynamischen Methoden bestellt wird und wo die Frucht, in unserem Fall die Weintraube, unter ökologischen Bedingungen angebaut wird, kommen zwangsläufig bestimmte Schädlinge wie Läuse, Motten, Parasiten oder ähnliches vor. Das ist sicher der Grund, weshalb die meisten Weinberge in Mallorca, oder auf jeden Fall sehr viele unserer Wettbewerber hier auf der Insel Insektenvernichtungsmittel, Pflanzenschutzmittel oder andere chemische Substanzen verwenden, um solch möglichen Befall und das damit verbundene Unheil zu bekämpfen.

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Wir stattdessen beschäftigen ein Heer von Marienkäfern oder, wie wir sie hier nennen, Mariquitas (auf Spanisch) oder Marietes (auf Katalanisch). Unsere kleinen Helfer fressen in der Tat all diese schädlichen Schädlinge, oder besser gesagt, essen deren Eier, bevor sie überhaupt schlüpfen. Jede einzelne Marieta kann bis zu 200 Eier von kleinen Läusen, Motten oder anderen Parasiten fressen. Das sind 200 Eier pro Tag, stellen Sie sich das bitte einmal vor. Nehmen Sie bloss einmal eine Zahl von 1000 Marienkäfern auf unserem Weingut an und Sie kommen auf gut 200.000 ungeborene Läuse oder Parasiten, Tag für Tag. Kein Wunder, dass es unseren Reben so gut ging in diesem Jahr; wir können wirklich nicht klagen. Der Marienkäfer kann nämlich kaum überleben, wenn man das Land, den Boden und die Pflanzen mit Pestiziden, Insektiziden oder Pflanzenschutzmitteln besprüht.

Son Alegre Trauben

Weitere Informationen über unsere Art, den Boden zu bestellen, sowie über unsere aktuellen Weine finden Sie auf unserer Website, Vinya Son Alegre. Sie ist auf Deutsch, Englisch, Spanisch und Katalanisch erstellt; bald kommt auch noch Französisch hinzu (Russisch vielleicht ein bisschen später). Sie dürfen uns gerne glauben, es ist eine ganze Menge Arbeit, eine Website gleichzeitig in vier oder fünf Sprachen zu verfassen, aber da sieht man mal. Unsere kleinen Marienkäfern beschweren sich nie. Deshalb machen wir besser auch nicht so viel Aufhebens um unsere Website und verzichten mal darauf, uns gross zu beklagen.

¡Salut!

Unser Roca Fesa 2015 Rosé ist vielleicht der beste Bio-Roséwein, den wir je erzeugt haben.

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Wir sind stolz auf unseren neuen Bio-Roséwein Roca Fesa 2015, der der beste Roséwein sein dürfte, die wir je gemacht haben.

Der Roca Fesa 2015 Bio-Roséwein ist eine Coupage aus unseren Cabernet Sauvignon- und Merlot-Trauben mit einem geringen Anteil von Weintrauben der Syrah-Sorte. Alle unsere Trauben wurden in der dritten Woche des Septembers letzten Jahres auf unserem Weingut Son Alegre in der Nähe von Santanyí im Südosten von Mallorca von Hand geerntet und zu unserem nun eigenen Weinkeller im Ort Calonge gebracht. Das Son Alegre Weingut genießt den moderierenden Einfluss der Serra de Llevant-Bergkette auf das örtliche Klima und profitiert von den besonderen thermischen Bedingungen des Küstengebiets mit seinem sanften und kühlen, thermischen Wind, den wir Einheimischen Embat nennen.

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Obwohl wir unsere Weine des Jahrgangs 2015 nun in unserer eigenen Bodega keltern, tun wir das doch auch weiterhin mit unserem treuen, bisherigen Önologen, Luis Armero González. So war er auch für das Keltern unseres Roca Fesa 2015 Roséweins verantwortlich. Die Weinherstellung wurde unter seiner Aufsicht bei einer kontrollierten Temperatur von zwischen 15 und 18° C während des Fermentationsprozesses und mit einer Mazeration von 21 Tagen durchgeführt. Die Gärung erfolgte in Edelstahltanks . Der Alterungsprozess geschah über einen Zeitraum von acht Monaten in Tanks und weiteren fünf Wochen in der Flasche.

Merlot

Der Wein wurde im Mai 2016 nach einer minimalen Klärung in Flaschen abgefüllt. In diesem Jahr beträgt der Alkoholgehalt unseres Roséweins 13% Vol. Lediglich 5.000 Flaschen konnten produziert werden. Wenn Sie ein kleines Weingut haben wie wir, kann ein hoher Ausstoß nicht wirklich ein vordringliches Ziel sein. Wir sind schließlich keine Weinfabrik. Qualität kommt vor Quantität. Ihre Zunge dürfte unsere Überzeugung wahrscheinlich bestätigen.

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Der Roca Fesa 2015 Roséwein wird am besten gekühlt bei einer Temperatur von zwischen 6 und 9º C serviert und eignet sich hervorragend für die heißen Tage unserer mallorquinischen Sommer.

Das Bild für dieses Weinetikett wurde von Llorenç Vidal Lledó aus Santanyí gemalt. Danke, Garrit.

Wir präsentieren unseren neuen Bio-Rotwein Penya Bosca 2014

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Son Alegre ist stolz, den neuen Bio-Rotwein Penya Bosca 2014 zu präsentieren, der mit großer Sorgfalt zu gleichen Anteilen aus unseren Cabernet Sauvignon-, Merlot- und Syrah-Trauben kultiviert wurde. Alle unsere Reben werden gemäß den strengen EU-Vorschriften für den ökologischen Landbau angebaut. Dabei werden auch einige grundlegende biodynamische Prinzipien befolgt. Unsere Reben wurden im Jahr 2004 gepflanzt und hatten ein durchschnittliches Alter von etwa zehn Jahren, als die Trauben im September 2014 liebevoll von Hand geerntet wurden.

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Die Maischegärung dieses Weines erfolgte in Edelstahltanks unter streng kontrollierten Bedingungen bei Temperaturen von zwischen 23 und 25 ° C während der Fermentierung, mit einer Mazeration von 20 Tagen. Der Ausbau erfolgte über vier Monate in Edelstahltanks, sechs Monate in Barriques aus französischer Eiche im zweiten und dritten Jahr, und zehn Monate in der Flasche. Der Wein wurde im Oktober 2015 in Flaschen abgefüllt; insgesamt wurden nur 2.000 Flaschen gewonnen. Wir wissen selbst, dass das nicht viel ist. Aber wir sind nur ein kleines Weingut und unser unternehmerisches Wachstum wird immer nur organisch erfolgen, genauso wie all unsere landwirtschaftlichen Bemühungen.

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Unser Penya Bosca 2014 Rotwein hat einen Alkoholgehalt von 14,5% Vol. und wird am besten mit einer Temperatur von zwischen 15 bis 18º C serviert. Unser Son Alegre Penya Bosca 2014 ist ein authentischer mallorquinischer Rotwein mit einer ausgewogenen Nase und einem angenehm intensiven Abgang im Mund. Dieser Wein kann sich gut über 5 bis 8 Jahre halten.

Die Motive für die Son Alegre-Weinetiketten wurden in diesem Jahr von Llorenç Vidal Lledó gemalt, dem Künstler aus Santanyí, der allerdings besser unter seinem Künstlernamen Garrit bekannt ist.

¡Salut!

Zelebrieren wir die Permakultur

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Wir könnten Ihnen heute einiges über die Weine von Son Alegre erzählen, über mallorquinischen Wein im Allgemeinen oder aber über unsere Rebsorten, aber nein. Wir wollen Ihr Augenmerk heute auf eine der Grundlagen der Weinherstellung lenken. Der Boden ist der wichtigste Bestandteil der Weinherstellung, ob Sie das glauben oder nicht. Ohne den Boden oder das Erdreich gäbe es keinen Wein. Wenn Winzer nicht den Boden respektieren würden, wenn wir die Natur nicht als einen ganzheitlichen Organismus betrachten würden, wenn Landwirte nicht die Elemente schätzen und respektieren würden und wenn die Gesellschaft ganz generell nicht die Philosophie teilen würde, mit der Natur zu arbeiten statt gegen sie, dann gäbe es keinen Wein von nennenswerter Qualität, weder Biowein noch den ganz normalen, industriell hergestellten Wein vom Regal im Supermarkt.

„Permakultur ist das bewusste Design sowie die Unterhaltung von landwirtschaftlich produktiven Ökosystemen, die die Diversität, Stabilität und Widerstandsfähigkeit von natürlichen Ökosystemen besitzen. Die Philosophie hinter Permakultur ist eine Philosophie, die mit und nicht gegen die Natur arbeitet, eine Philosophie der fortlaufenden und überlegten Observation und nicht der fortlaufenden und gedankenlosen Aktion; sie betrachtet Systeme in all ihren Funktionen, anstatt nur eine Art von Ertrag von ihnen zu verlangen, und sie erlaubt Systemen, ihre eigenen Evolutionen zu demonstrieren.“

– ursprüngliche Definition der Permakultur nach Bruce Charles „Bill“ Mollison (geboren 1928 in Stanley, Tasmania)

Heute, am 1. Mai 2016, findet der Internationale Tag der Permakultur statt, und wir alle sind eingeladen, Caroline Anne Sulzer und ihre Finca Som Terra in der Nähe von Cas Concos des Cavaller (Felanitx) zu besuchen, um diesen Anlass zu feiern (siehe das nachstehende Programm). Wir von Son Alegre sind stolz darauf, Teil einer Bewegung auf Mallorca zu sein, die eine nachhaltige, regenerative und ökologisch-biologische Landwirtschaft betreibt. Wir lieben unseren Wein (und unser Olivenöl) und wir lieben den Boden, auf dem unsere Reben (und unser Olivenbäume) gedeihen.

Dia de los Suelos

Die Finca Som Terra und auch einige andere mallorquinische Einrichtungen, die ebenfalls im Sinne der Permakultur arbeiten, wie z. B. Escola Kumar in Marratxí, die Finca Son Barrina in Llubí und Ses Aigües bei s’Horta, leisten eine tolle Arbeit bei dem Versuch, die Methoden der Permakultur in Bereichen des täglichen Lebens in nachhaltiger, ökonomischer, ökologischer und effizienter Art und Weise anzuwenden. Sehen Sie sich die Beispiele der Finca Som Terra oder der Finca Son Barrina auf Facebook an, oder besuchen Sie Permamed im Internet, oder sehen Sie sich den nachstehenden Video-Clip auf Vimeo an, um einen kleinen Einblick in die Welt der Permakultur zu bekommen und deren wunderbaren Errungenschaften, hier auf Mallorca und ganz allgemein im Rest der Welt.

Natürlich sollten die Permakultur und die Bio-Landwirtschaft nicht nur an einem Tag im Jahr gefeiert werden. Die Natur und unser Respekt für sie sollten uns ein ständiges Anliegen sein, jahrein, jahraus.

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Auf Son Alegre versuchen wir, unseren Boden in einer verantwortlichen und nachhaltigen Art und Weise zu behandeln, indem wir reichlich wenig tun. Wir pflügen unsere Felder nicht, wir verwenden keine Handelsdünger, wir sprühen weder Chemikalien noch andere, nicht-organische Stoffe. Kurz gesagt, lassen wir einfach die Natur ihre Arbeit zu tun, und ihre integrierte und ganzheitliche Aufgabe erfüllen, auch wenn dies gelegentlich zu einem geringeren Ertrag führen mag und damit zu einer niedrigeren Gewinnspanne. Unser Respekt für die Natur hat uns bisher stets gute Ernten beschert. Die Ernte mag nicht immer perfekt gewesen sein, aber sie war stets im Einklang mit unserer Auffassung, unserer Gesundheit und in Frieden mit unserem Geist und unserer Seele. Und der Ertrag war bislang immer im Einklang mit der Art und Weise, wie Landwirtschaft seit Jahrtausenden betrieben wurde – gesund, natürlich und human.

Der Tag der Erde

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Heute, am 22. April, feiert die Welt in mehr als 190 Ländern den Tag der Erde.

Earth Day ist wie so vieles eine amerikanische Erfindung aus den Siebziger Jahren. Laut Denis Hayes, dem Organisator des ersten Earth Day im Jahr 1970, ist der Tag der Erde jetzt „der bedeutendste weltliche Feiertag, der in diesem Jahr von mehr als einer Milliarde Menschen gefeiert werden wird“. Bei der Feier geht es um das aktive Bewusstsein für die Umwelt, für den Planeten Erde, um wirkliche Nachhaltigkeit, um die Zukunft der Erde und um das Überleben des Lebens auf diesem Planeten.

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Für uns auf Son Alegre ist jeder Tag die richtige Zeit, ein solches Zeichen zu setzen. Unsere Finca und unsere ökologische Weinerzeugung ist jeden Tag des Jahres geprägt von dem Zusammenspiel der Natur mit ihren Wäldern, den Bergen des nahegelegenen Mittelgebirges der Serra de Llevant, dem Mittelmeer, das nur 5 km von hier unseren Wein beeinflusst, von Wind und Wetter, von Tieren, Insekten, Vögeln, Bienen, Ameisen und anderen Kreuchlingen, von Pflanzen und Wildpflanzen, Kräutern und sogenanntem Unkraut, die alle in Harmonie miteinander verbunden sind. Wir sind uns alltäglich bewusst, dass das organische Zusammenspiel von Allem der beste Weg ist, um unsere Umwelt und damit den Planeten Erde zu erhalten.

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Wir sind angetreten, um unser kleines Stück Land Son Alegre für unsere Erben zu bewahren, damit der Garten Mallorca auch morgen noch ein paradiesisches Zuhause, ein Garten Eden, sein kann für uns, für unsere Kinder und unsere Kindeskinder. Wenn wir alle nur einen kleinen Schritt in die richtige Richtung tun, dann kann uns dies gelingen.

Heute, am Tag der Erde, sollten wir uns dessen besonders bewusst sein.

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Wir sind, was wir säen

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Wir sind stolz darauf, Teil der ökologisch-biologischen Landwirtschaft zu sein, die in Mallorca in den letzten Jahren Fuß gefasst hat und die nun die Jahr für Jahr an Bedeutung gewinnt. Und nicht nur in Mallorca – in ganz Spanien und in ganz Europa ist die Rückkehr zu einer naturorientierten Landwirtschaft in einem beachtlichen Aufschwung und im stetigen Wachstum begriffen. Mehr und mehr Verbraucher fordern heute eine Ernährung, die frei ist von chemischen Düngern, frei von Herbiziden und frei von Pestiziden, frei auch von GVO (gentechnisch veränderte Organismen), sei dies nun Wein oder Olivenöl, wie im Fall von Son Alegre, oder Mehl und Brot, Gemüse, Obst, Milch oder Honig, um nur einige wichtige Nahrungsmittel zu nennen.

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Die Europäische Union hat Durchführungsvorschriften für die ökologische-biologische Landwirtschaft geschaffen, die wir und unsere Kollegen hier auf Mallorca befolgen. Ökologischer Anbau und die biologische Landwirtschaft im Allgemeinen wird auf Mallorca durch APAEMA (Associació de la Producció Agrària Ecològica de Mallorca, Ökologischer Landwirtschaftsverband von Mallorca) kontrolliert, eine Art Bio-Kontrollstelle, die seit nunmehr zehn Jahren existiert und die ihren Sitz in Porreres hat.

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In jedem Jahr wird deshalb in Porreres eine Präsentation ökologisch-biologischer Produkte veranstaltet, die am nächsten Sonntag nun zum zehnten Mal gefeiert wird, die Diada d’Agricultura Ecològica. Porreres, 17. April, von 9 bis 16 Uhr, falls Sie interessiert sein sollten. Der Wetterdienst hat trockenes Wetter angesagt; es wird reichlich zu Essen und zu Trinken angeboten werden. Honig, Wein, Bier, Obst und Gemüse, Olivenöl und vieles mehr aus ökologischem Anbau wird zu finden und zu probieren sein.

Diada d'Agricultura Ecològica

Bis dann.

Gute Nachrichten für Santanyí

Son Alegre, DO Pla i Llevant

Manchmal kann Bürokratie ganz schön verrückt sein, oder?

Als die Winzer der zentralen Region von Mallorca, ein Gebiet, das als Pla bekannt ist, im Jahr 1999 beschlossen, ihre eigene DO (Denominación de Origen) zu gründen, gab es nur Winzer in Petra, Sineu, Algaïda, Ariany, Maria de la Salut, Sant Joan, Santa Margalida und Muro, die Reben angebaut, Trauben ernteten und sich mit der Kunst der Weinherstellung beschäftigten. Deshalb wurde eine Einladung an ihre Kollegen im Osten und Süden der Insel ausgesprochen, und somit wurden Capdepera, Artà, Llucmajor, Campos, Porreres, Manacor, Montuïri und Felanitx in die neuen DOP (geschützte Ursprungsbezeichnung) oder kurzgenannt DO Pla i Llevant, einbezogen. Irgendwie gelang es dabei, die Region von Santanyí wegzulassen oder zu vergessen, obwohl diese doch ganz eindeutig zur Region der Llevant gehört, wahrscheinlich einfach deshalb, weil seit 1895 niemand in dieser Gegend die Herausforderung der Herstellung von Wein auf sich genommen hatte. Seit dem Jahrtausendwende wurden in der DO Pla i Llevant, wie sie formell und ganz offiziell in gutem Katalanisch genannt wird, Weine gekeltert und zwar recht erfolgreich, ohne dass weiter ein Gedanke an die Menschen oder an die Region von Santanyí verschwendet wurde. Hmm.

Dinge begann sich ab 2002 zu ändern, aber wirklich nur sehr langsam. Ein junger Mann aus Sanyanyí, Enkel und Urenkel von Bauern aus Calonge (Santanyí), erwarb ein beträchtliches Stück Land, etwa 51 Hektar, pflanzte dort mehr als 1000 Olivenbäume, säte viel autochthonen Xeixa Weizen und wandelte ein 5 ha Stück des neu erworbenen Landguts in das um, was es schon vor hundert Jahren gewesen war, eine Vinya (Weingut). Rund 12.000 Rebstöcke wurden mit viel Liebe in den Boden gesetzt, vorwiegend Trauben der Sorten Chardonnay und Malvasía, sowie Cabernet Sauvignon, Merlot und Syrah.

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Aber man kann nicht einfach ein Stück Land kaufen und ein paar Reben pflanzen und dann erwarten, in eine geschützte Ursprungsbezeichnung aufgenommen zu werden. Das kann man nur für ein schutzfähiges Produkt beantragen. Die Weinherstellung ist aber eine sehr langsame Angelegenheit. Es dauert etwa drei Jahre, ehe man die ersten Trauben sieht und ein oder zwei weitere Jahre, ehe man eine einigermaßen ordentliche Ernte haben kann. Im Fall von Son Alegre erfolgte die erste richtige Weinlese im Jahr 2008 und der erste Wein wurde im Jahr 2009 in Flaschen abgefüllt. Nun sind wir in unserem sechsten Jahr und deshalb wurde im Sommer 2015 ein Antrag bei der DO Pla i Llevant eingereicht, bitte als zur Region Pla i Llevant gehörig anerkannt zu werden.

Aber bitte nicht ganz so schnell. Alles, was heutzutage in Europa passiert, muß zunächst vor den kritischen Augen der Bürokraten in Brüssel Revue passieren. Und ehe eine Eingabe an die Europäische Kommission gerichtet werden kann, müssen erst die hiesigen Behörden ihre Zustimmung geben. Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass der Consejo Regulador de la Denominación de Origen Pla i Llevant den von Son Alegre eingereichten Antrag befürwortet und an die entsprechenden mallorquinischen Behörden weitergeleitet hat. Am 11. Januar 2016 veröffentlichte das BOIB (Boletín Oficial de las Islas Balears) eine dementsprechende Entscheidung des Consell Insular de Mallorca und dessen ehrenwerter Dirección General de Agricultura y Ganadería, die Region Santanyí nachträglich in die oben genannte DO Pla i Llevant aufzunehmen.

Aber damit sind wir immer noch nicht ganz so weit, nein, bitte.

Jede Veröffentlichung im BOIB, dem amtlichen Nachrichtenbulletin der viel gepriesenen Govern de les Illes Balears, kann erst dann in Kraft treten, wenn niemand einen Einspruch gegen die neue Regel oder Regulierung einlegt. Normalerweise ist eine Einspruchsfrist von zwei Monaten für einen solchen Fall vorgesehen; wir glauben, dass gestern, am 11. März, das entsprechende Datum war. Soweit wir wissen, wurde von niemandem eine Beschwerde eingelegt. Das bedeutet, dass das ganze Paket der Antragstellung nun auf dem Weg nach Brüssel ist, oder in absehbarer Zeit sein dürfte. Mit etwas Glück könnten wir schließlich in einem Jahr, oder vielleicht in zwei, das Gütesiegel der Ursprungsbezeichnung, oder wie es auf Katalanisch heisst, die Denominación de Origen des Pla i Llevant, verwenden dürfen.

Und so wird es aussehen, wenn wir es endlich bekommen sollten:

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Geduld ist eine hohe Kunst, ganz so, wie die Weinherstellung eine hohe Kunst ist.

Prost.

Ein Gewinner wurde gekürt

Vinyes Son Alegre SL hat erneut die Tradition eines Design-Wettbewerbs für die neuen Weinetiketten gepflegt. Der Wettbewerb war, wie schon im Vorjahr, zusammen mit dem Rathaus von Santanyí, dem Kulturverein Lausa und Es Mayoral, der kulturellen Vereinigung aus Calonge, durchgeführt worden. Der Wettbewerb war erneut offen für alle Künstler über 18, egal ob lokaler, nationaler oder internationaler Herkunft. Drei Gestaltungsentwürfe wurden gesucht für die neuen Weine, mit den Namen Penya Bosca (für den Rotwein), Roca Fesa (für den Rosé-Wein) und Es Faralló (für den Weißwein). Der Wettbewerb wurde in diesem Jahr in allen drei Kategorien von einem Künstler aus Santanyí gewonnen, Llorenç Vidal Lledó, der besser unter seinem Künstlernamen Garrit bekannt ist.

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Enhorabuena, Garrit. Herzlichen Glückwunsch.

Das Weingut Vinyes Son Alegre SL ist ein noch junges Unternehmen, das eine biologische und biodynamische Landwirtschaft im Gemeindegebiet von Santanyí betreibt. Wir kultivieren Trauben, Oliven, Mandeln, Johannisbrot sowie Xeixa, eine alte Weizensorte, und arbeiten dabei gemäss den Richtlinien des Consell Balear de la Producció Agrària Ecològica und den Kriterien der biologischen Landwirtschaft der Europäischen Union. Unsere Weine setzen dabei die Tradition des qualitativen Weinbaus in Santanyí fort, die über Jahrhunderte gepflegt worden war, die aber leider um ca. 1895 durch den schlimmen Effekt der Reblaus (Viteus vitifoliae) jäh unterbrochen wurde.

Wir geben unseren Weinen, wie z. B. Picarol, Sant Andreu, Sa Porta Murada, Es Pontàs, S’Antigor, S’Aragal Blau, Cocó Barber, Sa Cala, Es Faralló oder Penya Bosca, um nur einige zu nennen, Namen oder Begriffe, die Personen, geographischen Orten, historischen Ereignissen oder anderen Vorkommnissen huldigen wollen, die für unsere Region typisch sind, um zu verdeutlichen, dass wir landschaftlich, kulturell und sozial mit dem Gebiet und der Gemeinde Santanyí eng verbunden sind.

In der Vergangenheit haben Künstler wie z. B. Jesús Pablo Camargo del Hoyo, Vera Edwards, Aina Noguera Tugores und Elena Sierra Forteza geholfen, unsere Weinetiketten zu gestalten. Wir heissen nun Garrit (Llorenç Vidal Lledó) im Kreis unserer Mitarbeiter und dem Kreis unserer Freunde willkommen und sehen bereits jetzt dem Design-Wettbewerb für die Weinetiketten des nächsten Jahres entgegen, der dann in sein drittes Jahr gehen wird.

Salut.

Die neue Son Alegre Bodega

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Vor Kurzem haben wir unsere eigene Bodega (Weinkeller) eingerichtet. Seit der Weinernte im August 2015 gären, fermentieren und kreieren wir unsere Son Alegre Bioweine in unserem eigenen Weinkeller, den wir gemeinsam mit unserer Schwesterfirma Camp d’en Ventura in Calonge (Santanyí) teilen.

Wir haben neue, hochmoderne Edelstahltanks mit einem Fassungsvermögen von 1250, 1800, 2150 und 3500 Litern auf Mass anfertigen lassen, die mit einem internen Temperaturkontrollsystem ausgestattet sind. Die Trauben wurden nach der manuell getätigten Weinernte sorgfältig von Hand verlesen und werden je nach Traubensorte und Lage in getrennten Tanks gelagert.

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Wie schon bislang profitieren wir dabei weiterhin von der Expertise unseres guten Freundes Luis Armero González von der Bodega Armero i Adrover in Felanitx, der nach wie vor als unser Önologe alle Son Alegre Weine kreiert und pflegt. Luis Armero wird als einer der Wegbereiter des zeitgenössischen mallorquinischen Weins angesehen. Seine Arbeit und seine Weine sind stets von Umwelterwägungen geprägt.

Unsere Zusammenarbeit mit Luis Armero begann im Jahr 2008 und wir sind stolz auf unsere Weine, die wir seitdem gemeinsam auf den Markt gebracht haben. Wir sind Luis sehr dankbar für die unermüdliche Arbeit und Begeisterung, die er unseren Weinen bisher gewidmet hat, sowie für seine Hingabe und Leidenschaft.

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Unser Weisswein Es Faralló 2015 und unser Roséwein Roca Fesa 2015 dürften in Kürze ausgereift sein und zur Abfüllung bereit stehen; sie werden voraussichtlich gegen Ende März/Anfang April in den Verkauf gehen.

Unser Rotwein Tricentenari 2014 wird ebenfalls in Kürze zur Marktreife gelangen. Dieser wurde noch in der Bodega von Armero i Adrover in Felanitx 6 Monate lang in Edelstahltanks fermentiert, ehe er 6 Monate lang in französischen Eichenfässern ausgebaut wurde, um dann 9 Monate in der Flasche zu ruhen.

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Salut.

Die Geschichte des Weinbaus in Santanyí

Mallorca hat eine langjährige Tradition der Weinerzeugung. Man sagt, dass die Römer vor zweitausend Jahren die ersten Weinreben mit sich nach Mallorca brachten, wie so viele andere Sachen auch.

C. Plinii Secundi Naturalis Historiae

In seiner Abhandlung Naturalis Historiæ (Naturgeschichte) äußerte sich Caius Plinius Secundus (23-79 n. Chr.), besser bekannt als Plinius der Ältere, ausgiebig über die önologischen Bestrebungen auf Mallorca und die Kunst der Weinherstellung hier. Er erklärte ganz kategorisch, dass die Weine der Insel den besten Weinen Italiens, seiner Heimat, ebenbürtig seien.

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Als König Jaume I. aus Aragon die Insel im Jahr 1229 von den Mauren eroberte, reichte der Statthalter Berichten zufolge dem siegreichen König Trauben von ausgezeichneter Qualität.

In der Region von Santanyí wuchs Wein schon im 13. Jahrhundert. In den Jahren um 1880 wurden etwa 580 cuarteradas Land (ca. 420 Hektar) mit Reben bepflanzt. Leider vernichtete dann aber die Phylloxera vitifoliae Reblaus, ein heimtückisches Insekt, um etwa 1895-8 fast alle Weinberge Mallorcas, was auch für Santanyí verheerende Folgen hatte.

Old Map Santanyí

Auf Son Alegre wurden im Jahr 2004 neue Weinfelder angepflanzt und im Jahr 2008 produzierten wir unsere ersten Weine, die ab 2010 verkauft wurden. Unser Son Alegre Wein ist der erste Wein aus dem Gebiet um Santanyí nach mehr als einhundert Jahren.

¡Salut!